ZF: Neures 8-Ganggetriebe soll Kraftstoff einsparen

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Das neue ZF-8-Gang-Automatgetriebe ermöglicht nach Herstellerangaben nochmals eine Kraftstoffeinsparung von circa sechs Prozent im Vergleich zum bereits optimierten 6-Gang-Automatgetriebe der zweiten Generation. Erreicht wird dies vor allem durch ein völlig neues Getriebekonzept. Zugleich überträgt das 8-Gang-Automatgetriebe im Vergleich zum Vorgängermodell mehr Leistung, kommt jedoch mit dem gleichen Bauraum aus und benötigt nicht mehr Bauteile, so ZF.

Unser Hauptziel bei der Entwicklung war es, ein Getriebekonzept zu finden, das noch einmal deutliche Verbrauchsreduktion möglich macht und unseren Kunden und den Autofahrern damit ohne Abstriche bei der Leistung einen handfesten Mehrwert bietet, so Dr. Michael Paul, ZF-Technik-Vorstand und Leiter des Unternehmensbereichs Pkw-Antriebstechnik. Die Anzahl der Gänge hatte dabei keine Priorität. Gegenüber einem 5-Gang-Automatgetriebe, das heute noch weitgehend eingesetzt wird, beträgt der Verbrauchsvorteil ca. 14 Prozent.

Zwei Neuerungen sind für die Verbrauchswerte hauptsächlich verantwortlich: Grundlage der neuen ZF-Automatgetriebe-Generation ist ein gegenüber dem 6-Gang-Automatgetriebe völlig neues Getriebekonzept mit vier Planetenradsätzen und fünf Schaltelementen. Weil in jedem Gang nur zwei Schaltelemente geöffnet sind, werden die inneren Schleppverluste im Getriebe deutlich reduziert. Neben dem so verbesserten Wirkungsgrad hat dieses Getriebekonzept eine höhere Gesamtübersetzung, so ZF. Günstig auf den Verbrauch und den CO2-Ausstoß wirken sich außerdem die modernen Torsionsdämpfersysteme im Drehmomentwandler aus, die bereits im 2006 vorgestellten 6-Gang-Automatgetriebe der zweiten Generation für eine rasche Überbrückung der Wandlerkupplung sorgen. Zudem setzt ZF nun eine kleinere, achsparallel montierte Flügelzellenpumpe ein. Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt war die Leistungssteigerung. Das Leistungsgewicht des neuen Automatgetriebes ist höher und kann bei gleichem Gewicht ein höheres Eingangsdrehmoment als der Vorgänger übertragen. Das 8-Gang-Automatgetriebe kommt mit dem gleichen Bauraum aus wie die Vorgängerversionen aus dem Hause ZF. Bezüglich Schaltkomfort, Reaktions- und Schaltgeschwindigkeiten bewegt sich auch das neue 8-Gang-Automatgetriebe laut ZF auf dem bereits sehr hohen Niveau der zweiten Generation der 6-Gang-Automatgetriebe.

Das neue Getriebe ist so konzipiert, dass es als Baukastensystem für weitere Anfahr- und Allradkonzepte dienen kann, ohne Veränderungen am Getriebe-Grundkonzept vorzunehmen. So könnte der Drehmomentwandler durch neue Kupplungen ersetzt oder mit Hilfe einer integrierten Anfahrkupplung ganz weggelassen werden. Auch auf die Kombinierbarkeit mit heutigen und künftigen ZF-Allradkonzepten haben die Entwickler des 8-Gang-Automatgetriebes bereits geachtet.

Für die Hybridisierung des Antriebsstrangs bietet das 8-Gang-Automatgetriebe die Möglichkeit, sowohl einen Mikro-Hybrid mit Kurbelwellen-Starter-Generator als auch einen Vollhybrid als Parallelhybrid zu realisieren. Alle bekannten Hybridfunktionalitäten lassen sich so in Verbindung mit dem neuen 8-Gang-Automatgetriebe darstellen.

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