Erste Erfahrungen: BMW X5 (Modelljahr 2007)

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Es gab Zeiten, da stand jeder Fahrzeugtyp für spezielle Aufgaben. Ein Kombi war zum Beispiel in erster Linie ein praktisches Gefährt, um überdurchschnittlich viel Gepäck zu transportieren. Wer mit einem Geländewagen fuhr, war entweder von der jagenden Zunft oder betrieb Landwirtschaft abseits von EU-genormten Ackerflächen und Tierhalteverordnungen. Doch die automobilen Nutzungsgewohnheiten haben sich geändert und so wurden aus robusten Kombis edle und nicht immer praktische Lifestyle-Fahrzeuge und die Geländewagen mutierten zu SUVs (Sport Utility Vehicle), wobei die Betonung meistens mehr auf Sport als auf Utility (Nützlichkeit) lag und liegt.

So auch bei dem neuen BMW X5, der Ende März 2007 bei den Händlern steht und gerade zu ersten Testfahrten bereit stand. Sportlicher, fahraktiver, schicker, schneller und geräumiger als sein Vorgänger will der Neue sein. Und tatsächlich: Auch jenseits marketing-großsprecherischer Worthülsen kann der bayerische SUV, der in den USA gefertigt wird, überzeugen. Wie gehabt legt BMW großen Wert auf Sportlichkeit. Dazu tragen natürlich leistungsstarke Motoren, ein erstklassiges Fahrwerk mit einem optionalen Wankstabilitätssystem, eine neue Sechsgang-Automatik und allerlei elektronische Helferlein bei. Letztere wurden in großer Anzahl ab Werk verbaut und helfen das Leistungspotential mit dem fahrerischen Können in Einklang zu bringen. Das Allradsystem xDrive erlaubt auch Ausfahrten jenseits der asphaltierten Straßen auf Schotterpisten oder spielt im Winterbetrieb seine Vorteile aus. Zur Markteinführung sorgen ein 4,8-Liter-Achtzylinder mit 261 kW/355 PS und der bereits bekannte 3,0-Liter-Sebstzünder mit 173 kW/235 PS für schnellen Vortrieb. Der potente Achtzylinder (Spitze: 240 km/h, Verbrauch: 12,5 Liter) zielt eher auf die Kundschaft in den USA und in Asien an, hier zu Lande dürfte der Diesel rund 90 Prozent aller Bestellungen ausmachen. Dass er zwei Sekunden länger (8,3 Sekunden) für den Standardspurt auf 100 km/h braucht als der Benziner, dürfte die wenigsten Fahrer stören, dafür punktet er mit 520 Nm bereits zwischen 2.000 und 2.750 Umdrehungen und mit einem Durchschnittsverbrauch von 8,7 Liter. (Spitze: 216 km/h)

Die zweite Generation ist nun in der Länge um fast 19 Zentimeter auf 4,85 gestreckt, in der Breite hat er um sechs Zentimeter zugelegt. Die unverkennbaren BMW-Designelemente sind geblieben und auch der Neue schafft den Spagat zwischen Eleganz und Sportlichkeit. Auch beim Interieur setzt man bei BMW auf gediegene Eleganz gepaart mit Sachlichkeit. Das Platzangebot ist deutlich gestiegen, wer will, kann den Wagen ab Werk als Siebensitzer ordern. Allerdings sollten sich dort -wie auch bei den Wettbewerbern- nur kletterfreudige und bewegliche Kinder aufhalten. Das Kofferraumvolumen hat ebenfalls zugelegt und variiert nun zwischen 620 und 1.750 Litern.

Die Aufpreisliste bietet genügend Möglichkeiten den Wagen in ein luxuriöses Wohnstudio zu verwandeln. Leder (ab 2.500 Euro), Panoramadach (1.700 Euro), DVD System für den Fond (1.950 Euro) und ein HiFi System mit 16 Lautsprechern (1.290 Euro) geben nur einen kleinen Abriss wieder, es stellt kein Problem dar, noch mehr Geld in nützliches, schönes und unwichtiges Zubehör zu investieren. Das Konzept hat schließlich auch beim Vorgänger funktioniert und zwar bis heute mehr als 620.000 Mal. Und das will der Neue natürlich auch noch besser machen und so dürften die Grundpreise (inkl. 19 % MwSt.) von 51.900 Euro (3,0-Liter-Diesel) und 68.700 Euro (Achtzylinder) schnell überschritten werden. Doch den meisten BMW Fahrern dürfte die Freude am Fahren dies Wert sein.

Text: Elfriede Munsch

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