CD-Tipp der Woche

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UB 40: Who You Fighting For? (Virgin/EMI)

Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum ihrer ersten Plattenaufnahme sind sie wieder da: UB 40, die allein durch ihren Bandnamen Schlagzeilen machten – weil der schlicht einem in Großbritannien üblichen Formular für den Antrag auf Arbeitslosenunterstützung entnommen war. Das ist lange her, und Unterstützung dieser Art hat die Band wahrlich nicht mehr nötig. Plattenverkäufe in Millionenhöhe sprechen für sich. Eigene UB 40-Songs stehen als Meilensteine in der Bandgeschichte ebenso verzeichnet wie Coverversionen, die weit mehr sind als nur nachgesungene Titel anderer Künstler. Man erinnere sich etwa an Red Red Wine von 1983 und, zehn Jahre später, Can't Help Falling In Love.

Wir fingen mit einem Kern aus live Bass, Schlagzeug und Percussion an. Dann haben wir so wenig wie möglich hinzugefügt. Wenn man eine tolle Melodie und einen soliden Rhythmus hat, ist der Rest nur noch Zuckerwerk. Und wir wollten den Kuchen einfach nicht überladen, sagt UB 40-Mann Robin Campbell nun über das neue Werk, das eigene Songs ebenso enthält wie erneut Coverversionen. Wir haben starke Themen, die uns befeuert haben, aber wir haben auch keine Lösungen, sagt Robin Campbell und erklärt: Wir würden uns niemals anmaßen, Lösungen zu präsentieren. The Things You Say You Love ist bekannt als fröhlicher Song von The Jamaicans, und Kiss And Say Goodbye von den Manhattans klingt bei UB 40 so neu (und so eigenwillig), dass man an eine Vorlage aus den siebziger Jahren kaum glauben mag.

In gewisser Weise hat der Reggae nie die Beachtung erfahren, die ihm eigentlich gebührt, betont Schlagzeuger James Brown. Ohne Reggae gäbe es keinen Garage Sound, kein Drum'n Bass, kein HipHop. Ohne Dub gäbe es einen Großteil der heutigen Dance Music nicht. In den letzten Jahren haben wir verschiedene Sachen ausprobiert, fügt Robin hinzu. Aber dieses Album hat uns richtiggehend revitalisiert. Und einmal mehr unter Beweis gestellt, dass authentischer Reggae sehr wohl made in UK sein kann.

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