Test-Tour: Toyota Prius

Foto 1

Alltagstest Toyota PriusHybrid Fahrzeuge sind im Kommen. Die Kombination eines Verbrennungsmotors mit einem Elektromotor findet immer mehr Verbreitung. Die Vorteile sind eine geringe Abgasbelastung, eine Geräuschminderung und ein sparsamer Umgang mit Treibstoff. Galten aber lange Zeit diese Autos als Exoten, steigen die Verkaufszahlen weltweit an. So verkaufte gerade der japanische Hersteller den 100.000sten Wagen mit Hybridantrieb. Toyota plant alleine in diesem Jahr rund 250.000 Hybridfahrzeuge zu bauen. Neben dem Mittelklasseauto Prius, wird der Lexus RX 400 h ab Herbst hier zu Lande mit dem zweifachen Antrieb zu haben sein. Weitere Modelle sind in Planung. Wir fuhren einen Prius der zweiten Generation, der seit Anfang 2004 über deutsche Straßen rollt.

Zwitter auf Erfolgskurs: War der erste Prius bieder und altbacken, setzt sich der Neue durchaus angenehm in Szene. Eine fast coupéhafte Linienführung lässt den Viertürer flott wirken. Im Inneren erwartet die Insassen solide Eleganz, allerdings ist das große und massive Armaturenbrett eher Geschmackssache. Für die Insassen gibt es aber reichlich Platz und auch der Kofferraum fast mindestens 408 Liter Gepäckvolumen, ein Wert, der sich durch Umklappen der Rücksitzlehne bis auf 1.210 Liter steigern lässt.

Wie fährt sich nun ein Hybrid Fahrzeug? Nun, eigentlich wie jedes andere Auto auch: Startknopf drücken, die Automatikstellung auf D stellen und schon geht es los. Nur dass beim Anfahren kaum ein Geräusch zu hören ist, da hier der Elektromotor den Vortrieb übernimmt. Leise schnurrend setzt sich der Prius in Bewegung. Der Hybridantrieb entwickelt eine Spitzenleistung von 82 kW/113 PS und ein maximales Drehmoment von 478 Nm. Damit beschleunigt das Fahrzeug bis auf 170 km/h und erledigt den Spurt von Null auf 100 km/h in lediglich 10,9 Sekunden. Im rein elektrischen Fahrbetrieb erreicht der Wagen 60 km/h. Die Batterie ermöglicht eine Fahrstrecke von bis zu zwei Kilometern im E-Betrieb. Anfahren, Rückwärtsfahren und niedrigere Geschwindigkeiten werden grundsätzlich vom E-Motor übernommen. Gerade bei Stadtfahrten spielt der Prius seine Stärken aus. Neben der Ruhe bestechen die geringen Abgaswerte. Wenn höhere Leistungen gefordert sind, wird der Benzinmotor während des Betriebs gestartet. Allerdings appelliert der Motor durch lautes Gebrumm an das ökologische Gewissen des Fahrers und seines Gasfußes, das Gaspedal nicht bis aufs Bodenblech durchzudrücken. Hört man auf sein Gewissen, wird man mit niedrigen Verbrauchswerten belohnt. Durchschnittlich flossen 5,8 Liter durch die Leitungen und das bei durchaus flotten Fahrten. Ist man mit konstanter Geschwindigkeit unterwegs, übernimmt der Verbrennungsmotor alleine den Antrieb. Es besteht ein geringer Leistungsüberschuss, der genutzt wird um die Batterie zu laden. Der Verbrennungsmotor wird immer sofort ausgeschaltet, wenn er nicht benötigt wird. Im Schiebebetrieb bzw. beim Abbremsen wird der Elektromotor als Generator genutzt und hierdurch die Batterie geladen. Vom Zusammenspiel zwischen den Hybrid-Komponenten und dem Getriebe, merkt der Fahrer nichts. Die anspruchsvolle Technik mit Planetenradträger, Hohlrad und Generator arbeitet tadellos und unauffällig im Hintergrund.

Unser Testfahrzeug in der höheren Executive-Ausstattung steht ab 25.400 Euro beim Händler. Im Preis enthalten ist ein umfangreiches Sicherheitspaket, immerhin hat der Wagen fünf Punkte im NCAP-Crash-Test erreicht. Ansonsten hat er die klassenüblichen Komfortmerkmale wie elektrische Fensterheber und Außenspiegel, Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, ein Tempomat und ein Audiosystem an Bord.

(Text: Elfriede Munsch)

Scroll to Top