Erste Erfahrungen: Honda FR-V 2.2 i-CTDi

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Honda und ein Dieselmotor: Das war über Jahre und Jahrzehnte hinweg eine Konstellation wie saurer Hering mit Erdbeer-Marmelade zum Frühstück. Doch der schlafende Riese unter dem Fudjijama wurde (rechtzeitig wohl) noch wach. Auch wenn in Japan und im Absatz-Schlaraffenland USA ein Selbstzünder dank subventionierter Benzin-Dumpingpreise eigentlich nie zur Debatte stand. Mittlerweile aber haben japanische Fahrzeuge nicht nur Chic und Charme, der sich an europäisches Gedankengut anlehnt, sondern Hersteller wie Honda beispielsweise lassen in der alten Welt auch produzieren und verinnerlichen deren Wertvorstellungen. Demzufolge feierte vor zwei Jahren der neue 2.2 Liter Dieselmotor von Honda auf dem Genfer Automobilsalon seine Weltpremiere. Der erste von Honda entwickelte und produzierte Dieselmotor mit der Bezeichnung i-CDTi erfüllt Euro 4 und erlebte seinen ersten Arbeitseinsatz im Accord.

Der Stein, den Honda damals ins Wasser warf, zieht jetzt Kreise. Im Sommer diesen Jahres wird auch der Minivan FR-V mit dem 140 PS starken Aggregat ausgerüstet und im Herbst zollen die Japaner der aktuellen Staub-und-Stinker-Diskussion Tribut: Dann wird für den gleichen Dieselmotor im CR-V auch ein Rußpartikel-Filter angeboten. Dessen Preis? Da schweigt sich Honda offiziell noch aus, doch er wird sich an den Vorgaben der Mitbewerber orientieren, wie Konzern-Sprecher Stefan Beckmann vorsichtig formuliert. Will heißen: Zwischen 350 und 500 Euro werden für ein FAP-System wohl den Besitzer wechseln müssen. Probleme mit den Liefer-Kapazitäten für den Partikelkiller werde es keine geben. Honda entwickelt und produziert aus Kostengründen selbst in England, sodass die Nachschubwege gesichert sind.

Bei unseren ersten Erfahrungen im FR-V machte das neue Dieseltriebwerk, das ein maximales Drehmoment von über 340 Newtonmeter bei 2.000 Umdrehungen entwickelt, auf uns einen äußerst durchzugsstarken und zivilisierten, weil akustisch gezähmten, Eindruck. Wir konstatierten nicht nur ein entspanntes, müheloses Gleiten mit dem Minivan im mittleren Drehzahlbereich, sondern fanden auch schlummernde Kraft-Ressourcen im Keller. Honda gibt den Verbrauch des Leichtmetall-Turbodiesels mit Common-Rail-Technologie der zweiten Generation mit 6,3 Liter auf 100 Kilometer an.

Der Honda FR-V 2.2 i-CTDi wird zum Verkaufsstart in zwei Modellvariantenangeboten: Comfort (24.350 Euro) und Executive (27.550 Euro). Die Serienausstattung umfasst Front- und Seitenairbags, Kopfairbags über die gesamte Wagenlänge, elektrische Fensterheber vorn und hinten sowie etliche weitere elektronische Heinzelmännchen. In der Executive-Ausstattung kommen Annehmlichkeiten wie Nebelscheinwerfer, Schiebedach, beheizbare Sitze, Regensensor, elektrisch einklappbare Außenspiegel sowie ein Premium-Audio-System hinzu.

Text: Jürgen C. Braun

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