Foto 1

Hit-Giganten: Disco-Hits. (Sony)

Die Titel dieses Samplers kann man sich nicht bloß via CD anhören, sondern je nach Gusto sogar aufs Handy laden. Die Komponisten der Titel hätten damals von einer solchen Möglichkeit vermutlich nicht mal geträumt. Denn damals, in den bunten 70er Jahren, gab es zum Telefonieren nur das Festnetz, und noch längst nicht jeder Haushalt hatte einen Apparat. Umso mehr Aufsehen erregte jene Musik, die größenteils durch die damals moderne Elektronik erzeugt wurde, strenge Musikpädagogen das Fürchten lehrte, ansonsten aber reihenweise Fans auf die Tanzflächen trieb. Dass manche der Akteure, die als Interpreten auf die Bühne gestellt wurden, keinen einzigen Ton von sich gaben, sondern nicht mehr als hübsche Kulissen auf zwei Beinen waren – wen interessierte das angesichts solch eingängiger Titel wie Daddy Cool (Boney M.), Born To Be Alive (Patrick Hernandez) und You Make Me Feel von Sylvester? Tempo und Action waren angesagt, es konnte gar nicht farbenfroh und laut genug zugehen. Und gerade weil die Disco-Welle nach recht kurzer Zeit wieder abebbte, war sie prädestiniert für das Prädikat Kult – freilich zu einem späteren Zeitpunkt. Daran ändert die Tatsache, dass Bands wie Eruption und Ottawan nach spätestens drei Hits vergessen waren. Denn I Can Stand The Rain und D.I.S.C.O. waren Hits, und das an sich ist nicht wenig. Heute spätestens ist es so weit: Disco ist Kult und die hier versammelten Hit-Giganten eine schöne Auswahl von dem, was die Computer schon vor rund 30 Jahren fertigbrachten.

Scroll to Top