Rasende “Sprinter”
Kleintransporter: Zu schnell, ungeübte Fahrer und lose Ladung

Kleintransporter: Zu schnell, ungeübte Fahrer und lose Ladung” class=”newsarchiv-beitragsbild” />

Kleintransporter werden gerne in Kurierdiensten und Handwerksbetrieben eingesetzt. Sie bewegen sperrige und schwere Lasten und sind trotzdem schnell und wendig. Doch genau diese Mischung macht die so genannten Sprinter zu sehr gefährlichen Gefährten. Die Fahrzeuge sind sehr stark motorisiert, aber aufgrund ihrer hohen Aufbauten und der Ladung nicht für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt.

Von 1995 bis Ende 2001 wuchs der Bestand der Kleintransporter in Deutschland um rund 30 Prozent auf über 1,85 Millionen. Die Zahl dieser Fahrzeuge, die an Autobahnunfällen mit Personenschaden beteiligt ist, stieg seit 1995 dagegen um über 50 Prozent. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass viele Kleinlaster viel zu schnell unterwegs sind. Ein Tempolimit auf Autobahnen und Landstraßen – wie für herkömmliche Lkw über 3,5 Tonnen üblich – gibt es bislang nicht.Sprinterfahrer stehen meist unter großem Druck. Sie müssen sehr enge Zeitpläne einhalten. Viele holen daher aus den teilweise 150 PS starken Motoren das Letzte heraus und sind mit ihren Kisten mit hohem Tempo, manchmal mit 180 km/h, auf den Autobahnen unterwegs. Oft besitzen die Fahrer nur einen Pkw-Führerschein und sind nicht ausreichend mit dem Einfluss der Ladung auf das Fahrverhalten vertraut. Die Kleintransporter sind teilweise bis unters Dach schwer beladen und ändern je nach Beladungszustand drastisch ihre Fahreigenschaften. Vielfach werden die Fahrzeuge falsch beladen, die Lasten unsachgemäß verteilt und die Ladung nicht ausreichend gesichert.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und die gewerblichen Berufsgenossenschaften empfehlen Fahrern von Kleintransportern, unbedingt an einem speziellen Sicherheitsprogramm teilzunehmen. Das Programm zeigt den Fahrern die eigenen Grenzen auf, lässt sie aber auch die Grenzen der Fahrphysik eines solchen Transporters in der Praxis erleben, damit sie künftig gefährliche Situationen frühzeitig erkennen und vermeiden können. Darüber hinaus kann aber auch in den Betrieben viel für die Sicherheit der Fahrer getan werden. Realistische Zeitvorgaben, die z. B. das hohe Verkehrsaufkommen berücksichtigen, setzen Fahrer nicht unnötig unter Druck und wirken sich positiv auf die betriebliche Verkehrssicherheit aus.

Scroll to Top