Ford Nutzfahrzeuge: Das “E-Zeitalter” beginnt

Das Nutzfahrzeuggeschäft war für Ford seit jeher von größter Bedeutung. Sei es für den Lieferverkehr oder in den Bus-Varianten. Damit das auch so bleibt, haben die Kölner ihrem Bestseller, dem Transit, nun nicht nur ein markantes Facelift verpasst. Ford läutet mit neuen Transit und Tourneo „sein“ elektrifiziertes Zeitalter bei den Nutzfahrzeugen ein.

Zum ersten Mal kommen in Gestalt des Transit MHEV mit 48-Volt-Mild-Hybrid und dem Transit Custom PHEV einschließlich der Bus-Variante Tourneo Custom PHEV Fahrzeuge mit E-Unterstützung zur Angebotspalette hinzu. Vor allem der erste Plug-in-Hybridantrieb in Serienmodellen soll Ford für die Zukunft des Nutzverkehrs gut aufstellen. Kostengünstig ist das allerdings nicht.

Dafür kann der Kunde aus einem riesigen Angebot wählen. Es ist so gut wie alles da, was das Herz des Nutzfahrzeug-Interessenten begehrt: Front-, Heck- und Allradversionen, Kastenwagen, Kombi, Bus oder Fahrgestell. Insgesamt sind mehr als 450 verschiedene Konfiguration möglich. Der große Transit wurde dem kleineren Transit Custom in der Optik ein wenig angepasst. Front, Kühlergrill und Leuchteinheiten wurden sachte überarbeitet. Im Nutzlast-Segment von zwei Tonnen hat es sich der runderneuerte Transit „gemütlich gemacht“.

Worauf Ford zudem immer mehr Wert legt, ist Konnektivität. Deshalb findet man jetzt auch das neue Sync-3-Infotainmentsystem mit größerem Bildschirm in der „Zwei-Tonnen-Liga“. Das Ganze sogar mit Sprachbedienung und Handy-Anbindung. Ein Gewichtsverlust von bis zu 75 Kilogramm macht sich nirgendwo negativ bemerkbar. Als erster Transporter seines Segmentes ist der Transit optional mit einem Mild-Hybrid-System mit 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie erhältlich. Ein riemengetriebener Startergenerator ersetzt in den front- und heckgetriebenen Handschalter-Modellen mit 130 PS und 170 PS die herkömmliche Lichtmaschine. Sowohl beim Bremsen wie auch im Schubbetrieb wird der Akku dank Bewegungsenergie wieder aufgeladen. Dieser unterstützt zudem beim Beschleunigen den Dieselmotor.

2021 soll der erste rein batterieelektrische Transit auf den Markt kommen. Ford testet jetzt mit dem neuen Transit Custom PHEV und dem achtsitzigen Tourneo Custom PHEV, ob sich Lieferdienste und Handwerker von der teilelektrischen Mobilität begeistern lassen. Der erste Plug-in-Hybrid läuft im klassischen Bulli-Segment mit bis zu einer Tonne Nutzlast im seriellen Modus.

Die beiden Motoren (Elektro und Verbrenner) sind hintereinander geschaltet. Gefahren wird immer elektrisch, der 1-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner der Kölner erfüllt seine Funktion als Range Extender und lädt permanent die Batterie. Der 13,6-kWh-Akku sollte möglichst regelmäßig an der Steckdose geladen werden.

Das geht entweder über den Ladeanschluss im vorderen Stoßfänger an der 10-Ampere-Steckdose in 4,3 Stunden oder mit Typ-2-Stecker an einer Wallbox für Wechselstrom in 2,7 Stunden. Auf diese Weise  sollen 40 bis 43 Kilometer rein elektrisch gefahren werden können. Die gesamte Reichweite beziffert Ford auf mehr als 500 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 120 km/h limitiert.

Der Preis für das ruhige Öko-Gewissen beträgt beim Plug-in-Hybrid-Transit als Kastenwagen mindestens 57.114 Euro. Der achtsitzige Tourneo Custom Bus kommt als Top-Version „Titanium“ auf 71.900 Euro. Zum Vergleich: Der Diesel mit Automatik steht ab 42.250 Euro beim Händler.

Der 2,0-Liter-TDCI-Diesel wurde überarbeitet. Ihn gibt es entweder mit 105, 130 oder 170 PS. Hinzu kommt eine Top-Version mit 185 PS und einem Drehmoment von 415 Newtonmetern. Erhältlich ist der Diesel-Transit in den Ausstattungsversionen „Basis“ (ab 33.855 Euro), „Trend“ (ab 36.414 Euro) und „Limited“ (ab 45.208 Euro).

Fotos: Ford

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