Eifel-Rallye-Festival: Beispiellos in Europa

150 Starter von allen fünf Erdteilen, geschätzte 40.000 Retro-Fans vom äußersten Norden Finnlands bis hinunter an die Südspitze der Algarve und etwa 700 Helfer aus dem eigenen Club und aus befreundeten: Was der Motorsportclub Daun da von Donnerstag bis Samstag in der Hauptstadt der Vulkaneifel und in den angrenzenden Dörfern auf die Beine stellt, sucht tatsächlich seinesgleichen auf dem Kontinent.

Das „Eifel Rallye Festival“ ist ein riesiges Retro-Spektakel, das in diesem Jahr zum achten Mal, seit den Anfängen im Jahr 2012, organisiert wird. Mit den weltweit erfolgreichsten Rallye-Boliden, vom DDR Trabant (einer alten sozialistischen „Rennpappe“) bis hin zum 700 PS starken Audi Quattro Sport, einem Peugeot 205 T16, Lancia Delta S4 und anderen Fahrzeugen, die in den vergangenen Jahrzehnten Rennsportgeschichte geschrieben haben.

Dahinter steckt als Initiator die Vereinigung „slowly sideways“, in deren Präambel schon einmal ganz bezeichnend steht: „the cars are the stars“. Die eigentlichen Hauptdarsteller sind also die Fahrzeuge und nicht die Fahrer. Obwohl auch das nicht so ganz stimmt. Jahrelang war Deutschlands „Autofahrer Nummer 1“, Rallye-Legende Walter Röhrl, die Zugnummer der Veranstaltung, die in den ersten Jahren von Opel Motorsport und danach vom Volkswagen-Ableger Autostadt Wolfsburg alimentiert worden war. Damals noch mit Hilfe der Agentur von Christian Geistdörfer, Röhrls langjährigem erfolgreichem Co-Piloten.

Mittlerweile machen die Dauner um den rührigen Vorsitzenden Otmar Anschütz „ihr Ding“ selbst, vermarkten das ERF, wie es offiziell heißt, selbst. Und das trägt sich. Die Anzahl der Anfragen übertrifft die Zahl der anwesenden Rallye-Zeitzeugen bei weitem. 150 sind es noch. „Wir sind an einer Kapazitätsgrenze angekommen“, sagt der Veranstalter. Das Programm ist vielfältig. Ein shake down am Donnerstag, also eine letzte Testmöglichkeit einer Abendprüfung unter Wettbwerbsbedingungen am Freitag mit vorhergehender „Action“ in der Stadt wie etwa Autogrammstunden der internationalen und nationalen Rallyestars. Dazu ausgesuchte Wertungsprüfungen, eine „super stage“ mit spektakulären Wasserdurchfahrten und die Kreisstadt Daun quasi als ein einziger Parkplatz riesiger historischer Rallyefahrzeuge während des Samstags.

Der Verein hat sich entsprechend neu orientieren müssen. In einem eigens angemieteten neuen Lager wurden in den vergangenen Wochen und Monaten auch die vielen Päckchen gepackt für Interessenten, die bereits im Vorfeld Programme geordert hatten. „Insgesamt haben wir Material an Rallyefreunde aus rund 20 Nationen weltweit verteilt. Nur die Anfragen aus Indien und Israel konnten nicht beantwortet werden. Da hätte der Versand länger gedauert als die Anreise. Bis die Sachen dort gewesen wären, wären die Fans auch schon hier bei uns eingetroffen. Die erhalten ihre Prospekte jetzt ausgehändigt, wenn sie in Daun ankommen“, lässt der Veranstalter wissen.

Die Zahlen des Aufbaus im gesamten Vorfeld der vielen Wertungsprüfungen verdeutlichen noch einmal, was von den Leuten des Orga-Teams an Vorarbeit „gestemmt“ werden muss. So wurden an einem einzigen Tag, verteilt auf vier große Lkw, insgesamt 13 Großtafeln (Ausschilderung der Umleitungsstrecken), 39 Hinweise auf Vollsperrungen und 53 neue Verkehrsschilder aufgestellt. Die Eifel rüstet sich für den Ansturm der Fans aus ganz Europa.

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.eifel-rallye-festival.de.

Fotos: ERF Media