ADAC-Procar: KÜS-Tourenwagen begeistern in Spa

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Für viele Piloten ist sie eine der schwierigsten Natur-Rennstrecken der Welt: die „Ardennen-Achterbahn“ in Spa-Francorchamps. Dort, in Michael Schumachers ehemaligem „Wohnzimmer“, wurden am Sonntag die Rennen Nr. drei und vier der ADAC Procar-Serie ausgetragen. Die ADAC Procar-Serie ist die Deutsche Tourenwagen Challenge des DMSB (Deutscher Motorsportbund). Die KÜS unterstützt die Serie, die an jeweils acht Renn-Wochenende auf europäischen Top-Rennstrecken gemeinsam mit der ADAC GT Masters ausgetragen wird. Die GT Masters-Serie wird auch die „Liga der Traumsportwagen“ genannt, weshalb auch dem gesamten Programm an den jeweiligen Wochenenden größte Aufmerksamkeit sowohl an den Rennstrecken wie auch in der Fernseh-Berichterstattung (Kabel eins berichtet live von allen Rennen) zuteil wird.

An jedem GT Masters-Wochenende werden auch zwei Rennen der Procar-Challenge ausgetragen. In dieser Tourenwagenserie sind in zwei Divisionen und in der Nachwuchswertung, dem so genannten „Rookie Cup“, Tourenwagen der Marken BMW, Peugeot, Ford, und Citroën vertreten. Nach dem ersten Event in dieser Saison Ende April in Oschersleben stand jetzt bei widrigen äußeren Rahmenbedingungen das zweite Renn-Wochenende auf dem Programm.

Für die beiden Auftaktsieger Markus Huggler (Division 1, BMW 320 i) und Ralf Glatzel (Division 2, Ford Fiesta 1,6 16 V) und David Griessner (Rookie-Wertung, Peugeot 207 Sport) hieß es, auf dem belgischen Traditionskurs ihre gute Ausgangsposition zu verteidigen. Das war nicht leicht, denn bereits im freien Training und im Qualifying am Samstag hatten die Piloten mit heftigen Regengüssen, lokalen Gewittern teilweise unterbrochen von sonnigen Perioden, die unterschiedlichsten Witterungsbedingungen zu bewältigen.

Ein besonderes Augenmerk lag in Spa-Francorchamps auf Christian Klien. Der ehemalige Formel-1-Pilot ging im Super2000-Tourenwagen des Liqui Moly Team Engstler(BMW 320 si E90) an den Start. Bis heute verbindet der Österreicher nur gute Erinnerungen mit der belgischen Rennstrecke: „In der Formel 1 habe ich hier meine ersten Punkte im Jaguar geholt und 2009 konnte ich das 1000-Kilometer-Rennen von Spa mit Peugeot gewinnen, brachte der 30-jährige Österreicher, der in seiner Karriere insgesamt 49 Formel-1-Rennen bestritten hat, dem Ardennenkurs sowohl Sympathie wie auch Hochachtung entgegen.Der Austria-Racer setzte dann im ersten Durchgang der Division 1 auch ganz klar die Benchmark. Von der Pole Position aus ins Rennen gehend, beherrschte er die Auseinandersetzung über die gesamte Distanz souverän und fuhr sein Rennen vor seinem Teamkameraden Johannes Leidinger nach Hause. Dieser war mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. „Mir waren die Punkte für Platz zwei wichtiger als ein Kampf mit einem Profi-Rennfahrer. Hätte ich einen Fehler gemacht, wäre ich wieder mit null Punkten nach Hause gefahren. Das kann ich mir nicht leisten im Hinblick auf die Meisterschaft.“ Sieger Christian Klien war trotz fehlender Zweikämpfe begeistert auf dem Podium: „Das Auto macht mir großen Spaß, die Rennstrecke gefällt mir sowieso – zusammengefasst eine sehr positive Erfahrung für mich.“ Mit seinem Sieg im zweiten Rennen am späten Nachmittag sammelte Leidinger dann weitere wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen.

Spannender verliefen die Zweikämpfe im Rennen der Division zwei. Der Sieger des Auftakt-Wochenendes von Oschersleben, Ralf Glatzel, ging mit seinem Ford Fiesta vom ersten Startplatz aus ins Rennen und verteidigte seine Führung. In der Folge entwickelten sich jedoch heftige Positionskämpfe. Mit Glatzel setzten sich dessen schärfste Konkurrenten, Yury Krauchuk und David Griessner leicht vom Rest des Feldes ab und starteten ihren sehenswerten Dreikampf um die Positionen. Krauchuk holte sich schließlich vor Glatzel, der damit seine Tabellenführung in der Division zwei verteidigte, seinen ersten Procar-Sieg auf der Ardennen-Achterbahn.

Auch im zweiten Rennen der Procar-Division zwei an diesem Wochenende machte der „Schwaben-Express“ Ralf Glatzel seine Anwartschaft auf den Gesamtsieg deutlich. Hinter seinem Stallkollegen Kai Jordan reichte es erneut zum zweiten Platz. „Am Ende haben meine Reifen abgebaut, so dass ich die Angriffe von Kai nicht mehr abwehren konnte“, erklärte er nach dem Zieleinlauf.“

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: ADAC Procar media

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