„Zirkus Ecclestone“ gibt wieder Gas in der Eifel: Formel 1 im Juli am Nürburgring

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Jetzt ist es amtlich: Das deutsche Formel-1-Rennen 2013 wird auf dem Nürburgring ausgetragen werden. Darauf einigten sich am Mittwoch abend der britische Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und der Geschäftsführer der staatlichen Nürburgring-Betriebsgesellschaft, (NBG), Karl-Josef Schmidt. Nach wochenlanger Unklarheit, nach Spekulationen und Gezerre steht fest: Der Nürburgring, eine wunderschöne alte Traditions-Rennstrecke, die in den vergangenen Monaten eher als Groschengrab der Steuerzahler und als Freizeitpark-Ruine in die Schlagzeilen geraten war, wird am 7. Juli dieses Jahres wieder Weltmeister Sebastian Vettel, den deutschen Rennstall Mercedes-Grand-Prix sowie wohl eine sechsstellige Zuschauerzahl in der Eifel begrüßen. Lange Zeit hatte es auch so ausgesehen, als ob der Hockenheimring, der sich mit dem Nürburgring alle zwei Jahre in der Ausrichtung des deutschen Formel-1-Rennens ablöst, in diesem Jahr für die Eifel-Rennstrecke als Ausrichter in die Bresche springen würde.

„Ich schätze den Nürburgring und seine Geschichte sehr. Auch heute stellt die Grand-Prix-Strecke höchste Anforderungen an Fahrer und Teams. Gerne habe ich mich für die Austragung der Formel 1 am Nürburgring eingesetzt, um diese Traditionsstrecke weiterhin zu erhalten“, lautet das offizielle Statement Ecclestones, das die Formula One Group am Donnerstag morgen hat verlauten lassen. Der Formel 1-Chef (CEO der Formula One Group) hat der Nürburgring Betriebsgesellschaft mbH (NBG) die Rechte an der Austragung der Formel 1 eingeräumt. Ecclestone und NBG haben über vertragliche Details das übliche Stillschweigen vereinbart. Thomas B. Schmidt, Sanierungsgeschäftsführer der Nürburgring GmbH (NG), wird in einer Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Ich danke Herrn Ecclestone und bin sehr erfreut, dass er sich für den Nürburgring entschieden hat. Mit seinem Bekenntnis zur legendären Rennstrecke leistet er einen erheblichen und wertvollen Beitrag für den Nürburgring.

Noch ist nicht sicher, ob das deutsche Rennen als „Großer Preis von Deutschland“ oder als „Großer Preis von Europa“ über die Bühne gehen wird. Am „Großen Preis von Deutschland“ hat der Automobilclub von Deutschland (AvD) die Rechte. Die Rechte für den „Großen Preis von Europa“ hingegen sind nicht fest vergeben. Sollte das Rennen am Nürburgring „Großer Preis von Deutschland“ heißen, würde der AvD vermutlich sportlicher Ausrichter werden. Die Nürburgring-Verantwortlichen sprachen am Mittwoch mit Vertretern beider Verbände, um eine schnellst mögliche Klärung herbeizuführen.

„Der Nürburgring ist jedem ein Begriff und für uns alle ist es sehr wichtig, den Grand Prix dort zu fahren. Auch der Mythos Nordschleife ist etwas ganz Besonderes. Dieses Erlebnis darf man nicht aussterben lassen“, sagte Vettel einen Tag nach der Entscheidung pro Nürburgring. Viel Zeit bleibt jetzt nicht mehr, denn die Formel-1-Saison beginnt bereits am 17. März mit dem Rennen in Melbourne (Australien).

Die Vorbereitungen für den Ticketverkauf des deutschen Formel-1-Rennens laufen jetzt auf Hochtouren, zumal das in solchen Fällen lukrative Weihnachtsgeschäft bereits verstrichen ist. Ab Anfang der kommenden Woche sollen dann Tickets erworben werden können. „Wir werden alle Kräfte bündeln, um die Formel 1 am Nürburgring zum Erfolg zu führen“, wird Sachwalter Jens Lieser in einer Pressemitteilung vom Mittwoch zitiert. Auf www.nuerburgring.de sollen ab Anfang nächster Woche die genauen Modalitäten über den Ticket-Erwerb bekannt gegeben werden.

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: Nürburgring Betriebsgesellschaft mbH (NBG), Hersteller, Jürgen C. Braun

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