Dakar 2013: Am Tag, als der (große) Regen kam

Foto 1
Foto 2
Foto 3
Foto 4

Es ist sicherlich nicht unbedingt im Sinne des Veranstalters, wenn er im letzten Drittel der Rallye Dakar Teilstrecken oder gar ganze Wertungsprüfungen annullieren muss. Aus Wassergründen! Während am Vortag bei 38 Grad Außentemperatur und gut 70 Grad im Cockpit die Rallye zur schweißtreibenden Angelegenheit wurde (Zitat SAM-Team Kahle/Dr. Schünemann), gingen wenige Kilometer weiter gewaltige Wassermassen nieder, überschwemmten die ganze Region, machten Sand- und Schotterpfade zu Wasserstraßen. So musste die verantwortliche ASO bereits zum zweiten Mal vorzeitig die Prüfungen absagen und alle verbliebenen Teilnehmer direkt ins Camp schleusen. Das SAM-HS-Team erreichte erneut Tagesplatz 9, liegt derzeit stabil auf dem 13. Gesamtrang und darf sich durchaus noch Hoffnungen machen, sein Ziel unter die ersten Zehn zu kommen, auch zu erreichen.

Gewinner des Tages, es hatte sich bereits angekündigt, war diesmal Orlando Terranova, der als Argentinier zwar einen gewissen Heimvorteil besaß, aber dennoch wohl auch dank Peterhansels und Romas Hilfe und Entgegenkommen seinen X-Raid-BMW X3 CC als Erster durchs Ziel chauffieren durfte. Das tat der argentinischen Seele richtig gut, andererseits hat er mit seinem aktuellen 5. Rang im Gesamtklassement bewiesen, dass er zu den besten der Besten zählt. Da nun Al Attiyah auch seinen Quatar RB-Buggy für den Rest der Dakar abstellen musste, fehlt zwangsläufig das ganz große Kolorit ein wenig, denn die Rang-Zweiten de Villiers /von Zitzewitz auf ihrem Imperial Toyota Hilux V8 liegen mit 52 Minuten auf einem relativ sicheren 2. Platz und werden einen Teufel tun, noch groß anzugreifen. Immerhin liegen nur noch 3 Renntage vor den Teilnehmern. Erstaunlich sind andere Plätze: Routinier Carlos Sousa hat seinen chinesischen Great Wall Haval, einen dem BMW X3-CC recht markant nachempfundenen Renner, schon auf Platz 6 gestellt und Robby Gordon prügelt seinen Speed-Hummer weiter munter durch die Prärie, liegt schon wieder auf Platz 19, aber eben auch mit 6 Stunden Nach-Zeit hinter dem führenden Peterhansel.

Die leichten und schnellen Kraftmeier-Buggies von Chicherit, Chabot, Errandonea und Thomasse mussten sich die Plätze 7 – 10 teilen. Dagegen sind noch nahezu alle Toyota Hilux auf soliden Positionen im Rennen: Olholm/Aston, Malysz/Marton, Alvarez/Graue und Coffaro/Meneses. Ein bisschen ist doch die Luft raus jetzt, wo die großen Altmeister Sainz und Al Attiyah aufgeben mussten, meinte mein Kollege vor Ort, Féliz Samboro, so eben am Telefon.Die 11. Etappe von La Rioja nach Fiambala weist eine der heikelsten, wenngleich relativ kurzen (219 KM) Etappenstrecken auf, ein echter Kracher: Die weißen Dünen von Fiambala haben schon in den vergangenen Jahren für viele böse Überraschungen gesorgt. Weicher Sand, Temperaturen weit über 30 Grad und ein labyrinthartiges Dünenmeer fordern Piloten und Motoren wirklich alles ab, so Matthias Kahle, dem auf dem Foto die Strapazen ins Gesicht gegraben sind.

Text: Frank Nüssel
Bilder: HS-Team DPPI/O. Kreiß, X-raid

Scroll to Top