Baja Espana: Unerwarteter Doppelsieg für die Minis

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Sie hat wohl unter den mitteleuropäischen Cross Country-Rallies den meisten Wüsten-Charakter, gilt als hart, kompromisslos und anstrengend: die BAJA ESPANA. Sie zählt zum FIA-Worldcup, ist der 4. Lauf in diesem Jahr. Und weil der Weltcup heuer in seiner Anzahl etwas eingedampft wurde, wird jeder der noch verbliebenen Läufe umso wichtiger für allfällige Punkteausbeuten. Prompt traf rund um Zaragoza die Creme de la Creme der CC-Szene ein, um auf Beute zu gehen.

Seit dem letzten Lauf waren lange Wochen vergangen, Zeit also, die Wunden zu lecken bei denen, die verwachst hatten, Zeit auch, um Verbesserungen an Komponenten vorzunehmen, um für den Rest des Jahres erfolgreich zu sein.Zur grenzenlosen Überraschung aller gemeldeten Teilnehmer, die um den Weltcup fahren, wurde jene Legende gesichtet, die bereits 10 mal die Dakar-Rallye gewonnen hatte, zuletzt im Januar dieses Jahres: Stéphane Peterhansel mit seinem grünen Monster Energy-Mini von X-Raid. Das Team um Sven Quandt hatte aber auch das rote Mini-Team mit Al Mutaiwei/Andi Schulz gemeldet, das ja um den Sieg im CC-Worldcup kämpft.

Welche Aufgabe sollte nun Peterhansel übernehmen? Doch nicht einfach um den Sieg in einer 2,5-tägigen Rallye zu fahren. Wohl eher, um neue Bauteile zu testen und vielleicht noch Al Mutaiwei Schützenhilfe für optimale Punkteausbeute zu sichern. Beides klappte! Die Konkurrenz war wohl so stark, wie noch bei keinem diesjährigen Lauf: russische Teams mit ihren starken G-Force-Proto's, starke Diesel-Pajeros, Zapletals knurriger und stabiler BMW X3, Nissan's und natürlich Jean-Louis Schlesser auf dem blauen Buggy. Da der Prolog meist nur kurz, aber heftig ausfällt, wird dabei die Startreihenfolge für die erste lange Prüfung herausgefahren. So ließ Peterhansel erstmal, nur zum Test, das ganze Potential des grünen Mini aufblitzen und belegte Platz 1, während Al Mutaiwei auf dem guten 6. Rang einlief. Schon die erste Langprüfung ließ aufhorchen: sie war eng, schottrig und glatt. Erste Probleme für einige Favoriten: Schlesser unter ferner liefen. Der Dakar-Star wurde so mit dem roten Mini zum Spurenleger für alle Nachfolger, da er als Erster starten musste. Einem der ganz Schnellen, Vladimir Vassilyev auf dem G-Force, überließ er dann nur einen Sekunden-Vorsprung, um als Zweiter das weitere Programm angehen zu können. Das arabisch-deutsche Duo auf dem roten Mini lief auf Rang 3 ein, während Hauptgegner Schlesser um den 11. Platz kämpfte. Der letzte Tag wurde in 2 Halbetappen gefahren. Da ließ Peterhansel nicht den Hauch von Zweifel, wie ein 10-facher Dakarsieger denkt und lenkt. Tages- und Gesamtsieg. So weit, so gut. Aber: Al Mutaiwei/Andi Schulz rückten noch auf Platz 2 vor und spendeten dem Treburer Team, einen Doppelsieg. Beide Teams also in Höchstform und Al Mutaiwei machte viele Punkte nach vorne gut. Vassilyev und Boris Gadasin (beide G-Force Proto) belegten die Ränge 3 und 4, während Schlesser sich mit dem 7. Platz zufrieden geben musste. Kleine Überraschung zum Abschluss: Peterhansel fährt die Rally Dos Sertoes in Südamerika in Bälde. Als weitere Speerspitze mit Nani Roma, der auch in der Nähe seinen Mini mit neuen Teilen ausführen darf. Die 2013er-Dakar lässt schon jetzt schön grüßen!

Text: Frank Nüssel/CineMot
Bilder: Team