Buchtipp der Woche (1)

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Dora Heldt: Kein Wort zu Papa. Taschenbuchausgabe. Deutscher Taschenbuch Verlag; 8,95 Euro.

Falls Sie zu jenen Menschen mit angeborener Resistenz gegen den Erreger von Fußballfieber gehören, wird diese Neuerscheinung Sie vielleicht umso mehr begeistern. Pünktlich zur Fußball-EM gibt es den jüngsten Bestseller aus Dora Heldts Reihe um die quirligen Schwestern mit dem eigenwilligen Vater als besonders preiswertes Taschenbuch. So kann man sich für wirklich wenig Geld aus der aktuell vom runden Leder dominierten Welt zurückziehen und dabei gedanklich auf eine schöne Nordseeinsel begeben.

Wobei ausgerechnet Christine und ihre Schwester für deren Schönheit(en) jetzt gar keine Zeit haben, nachdem widrige Umstände ihnen die vorübergehende Leitung einer Pension ins Leben gespielt haben. Und zwar pronto, ohne die geringste Vorbereitungszeit. Und was für die in Gastronomie erfahrene langjährige Eignerin der Herberge Routine ist und ihr treue Stammgäste bescherte, versetzt die genau darin absolut unerfahrenen beiden Frauen in Unruhe und den Laden kurzfristig ins Chaos. Dass Christine ebenso wie ihre Schwester das Thema Nahrungsaufnahme im eigenen Alltag eher pragmatisch handhaben (um das schöne Wort Fastfood mal etwas eleganter zu umschreiben), macht ihnen die neue Aufgabe nicht leichter.

Das Schöne an Dora Heldts Charakteren ist: Man erkennt beim Lesen immer mindestens eine(n) aus dem eigenen Umfeld mehr oder minder deutlich wieder. Nicht selten sogar sich selbst. Das ist bei allen Verwicklungen, Katastrophen und Unzulänglichkeiten auch überhaupt nicht schlimm, weil die Autorin mit ihren Figuren lacht, aber nicht über sie. Und nebenbei bekommt man von den Schönheiten der Gegend beim Lesen weit mehr mit als diejenigen, die im Buch vor dieser Kulisse handeln.

Dora Heldt, Jahrgang 1961, ist gelernte Buchhändlerin und hauptberuflich Verlagsvertreterin. Bürgerlich heißt sie ganz anders, wählte aber als Autorinnen-Namen den realen Namen ihrer Großmutter. Von ihr stammt auch Heldts Lebensmotto: Du musst, du kannst. Was man diesem Buch besonders gut anmerkt.

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