Jubiläums-Rennen in der „Grünen Hölle“: Ankommen und ein 24h-Sieger sein

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Es ist in diesem Jahr das Motorsport-Ereignis des Jahres auf dem Nürburgring: Die 40. Auflage des ADAC Zurich 24h-Rennens stellt alles in den Schatten, was sich 2012 auf der Nordschleife und auf der GP-Strecke abspielen wird. Wohl nur ganz selten aber war die Schar der Favoriten auf den Gesamtsieg so groß wie bei der Jubiläumsauflage (das 40. Rennen) in diesem Jahr. Und kaum einmal war in der Spitzengruppe eine so große Markenvielfalt zu finden.

An der Seite der in vielen siegverwöhnten Porsche 911 von Seriensieger Olaf Manthey gehen jede Menge spektakulärer Rennfahrzeuge am kommenden Samstag um 16 Uhr an den Start. Neben der britischen Noblesse von Aston Martin Vantage und McLaren MP4 starten deutsche Fahrzeuge deutscher Premium-Marken wie Audi R8 LMS, BMW Z4 und M3, oder Mercedes-Benz SLS AMG im Kampf um die Krone des Langstreckensports. Dazu noch Ferrari und Lamborghini: Namen iatleinischer Fahrzeug-Legenden, die wie ein Hauch von glacierter Schokolade auf der Zunge verschmelzen.

Die schönste und wohl auch neben Spa-Francorchamps schwierigste Rennstrecke der Welt ruft auch in diesem Jahr wieder neben Hunderten von Amateuren, die viel Geld und Herzblut in ihre Leidenschaft investieren, jede Menge prominenter Fahrer in die Vulkaneifel. Zum ersten Mal wird der langjährige Formel-1-Fahrer und BMW-Sauber-Werkspilot Nick Heidfeld das 24h-Rennen auf der Strecke in Angriff nehmen, auf der er als junger Mann zum Rennfahrer wurde. „Quick Nick“ wird einen McLaren MP4 pilotieren. Neben dem ehemaligen italienischen Formel-1-As Nicola Larini wird auch DTM-Rekord-Champion Bernd Schneider ins Rennen eingreifen. Hinzu kommen jede Menge erfahrener Nordschleifen-„Füchse“ wie Uwe Alzen, Frank Biela, Dirk Müller oder Dirk Adorf.

Zum Favoritenkreis gehören in diesem Jahr neben den Manthey-Porsches und den Mercedes SLS AMG GT3 auch die Audi R8 LMS ultra, die von der Werksmannschaft von Phoenix und von Kundenteams wie Raeder Motorsport eingesetzt werden. Zu denen, die zu schlagen sind, gehören auch die GT3-Top-Teams aus dem Hause BMW. „Ich glaube, wir sind Mitfavorit, aber auch nicht mehr“, beschwichtigt BMW-Werkspilot Jörg Müller, der im Schubert-BMW Z4 mit Dirk Müller, Uwe Alzen und Dirk Adorf antritt. „Es sind alleine 30 GT3-Fahrzeuge am Start Audi, Mercedes und Porsche hatten alle schon ihre Erfolgserlebnisse in den bisherigen Läufen zur Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Der Erfolg beim 24h-Rennen ist nur über einen Nullfehler-Job zu machen. Und dazu gehört neben jede Menge Arbeit und Einsatzbereitschaft auch immer eine Portion Glück.“

Teamchef Olaf Manthey, dessen Mannschaft mit fünf Gesamtsiegen zu den erfolgreichsten 24h-Equipen gehört, übt sich noch in Understatement: „Ich habe schon vor zwei Jahren den BMW-Sieg vorausgesagt und mache das in diesem Jahr wieder. Dennoch glaube ich, das mein Team in diesem Jahr um die Podiumsplätze mitfahren kann.“ In den Topklassen starten neben den Audi-, BMW-, Mercedes-Benz und Porsche-Teams jede Menge weiterer spektakulärer Rennboliden. Sie werden ergänzt durch eine wahre Heerschau von Autos, die um Klassensiege kämpfen wollen. Das Spektrum der rund 200 Fahrzeuge reicht von Turbo-aufgeladenen, bulligen Audi TT-RS über bildschöne GT4-Fahrzeuge hin zu klassischen Tourenwagen.

Gleich, wer am Sonntag um 16 Uhr als Gesamtsieger abgewinkt werden wird: Er wird es in jedem Fall verdient haben und der Erfolg wird dem Team nicht in den Schoß gefallen sein. 156 Runden über den 25 Kilometer langen Kurs, der aus Nordschleife und GP-Anbindung bestehen wird, hat das Siegerteam im vergangenen Jahr absolviert. Die Marke von 150 Runden wird auch 2012 wieder „geknackt“ werden müssen.

Ein Sieger ist aber eigentlich jeder, der nach dem „Ritt“ durch die Nacht, die Dämmerung, vielleicht gleißende Sonne oder auch dichten Nebel, schließlich das Ziel erreicht hat. Denn das ist jährlich die eigentliche Herausforderung aller Teilnehmer: Ankommen und sich als einer von vielen gemeinsamen Bezwingern der „Grünen Hölle“ fühlen dürfen.

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: Oliver Kleinz

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