Hybrid-Lkw: Zukunftsweisend, aber (noch) zu teuer

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Lastwagen nerven – auf der Autobahn, wenn beim gegenseitigen Überholen über Kilometer Elefantenrennen ausgetragen werden und in der Stadt, wo sie einen ganz erheblichen Anteil am Geräuschpegel ausmachen.

Wohltuend sind dagegen vergleichsweise die ersten Hybrid-Lastwagen, wie sie etwa MAN seit einigen Monaten in Feldversuche schickt. Manche von ihnen werden ganz regulär von Speditionen eingesetzt. Beim Ampelstop wird der Motor abgeschaltet, das Anfahren unterstützt beim MAN TGL Hybrid ein 60 kW/82 PS starker Elektromotor. 5 bis 15 Prozent Treibstoff spart der Hybridantrieb nach den Worten von Rolf Döbbereiner, Leiter Antriebsentwicklung bei MAN, je nach Einsatzart.

Die Lithium-Ionen-Batterie liefert zwei kWh, ist allerdings noch sehr teuer. Im kostensensiblen Fuhrgeschäft ist die Bereitschaft nach den Erkenntnissen der Hersteller daher noch nicht sonderlich ausgeprägt, in die zukunftsweisende Technik zu investieren. Erst wenn die Kosten für den Akku von derzeit noch über 1.000 Euro auf unter 600 Euro sänken, würde der Einsatz von schweren Nutzfahrzeugen mit Hybridantrieb für deren Halter lohnenswert.

Zurzeit verursachen Nutzfahrzeuge etwa 15 Prozent des gesamten Schadstoffausstoßes im Straßenverkehr. Da diese aber als geruchsintensive Dieselabgaswolken besonders im Lieferverkehr der Städte deutlich wahrgenommen werden und die Lebensqualität der Anwohner beeinträchtigen, widmen sich die Hersteller und Zulieferer deren Bekämpfung. Michelin etwa entwickelt derzeit besonders tragfähige Lastwagenreifen, die bei schweren Stattelzügen den Betrieb des Aufliegers mit nur zwei statt wie bisher mit drei Achsen möglich machen. Gewicht und Rollwiderstand sinken, der Treibstoffverbrauch in Folge ebenfalls.

Ein zusätzlicher Schritt zu weniger Umweltbelastung wäre eine verbesserte Logistik, die Leerfahrten vermeiden und Transportwege effizienter macht. Denn eine Vielzahl von Fahrten ließe sich vermeiden, sagt Mikael Lundqvist vom Hersteller Scania. Nach Meinung der Experten könnte so zumindest das zu erwartende Wachstum des Gütertransports auf den Straßen von bis zu 20 Prozent in den nächsten zehn Jahren um die Hälfte reduziert werden.

Text und Foto: Spot Press Services/Martin Andörfer

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