Bundeskanzlerin: Deutschland muss Motor beim Klimaschutz sein

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Deutschland müsse Motor bei internationalen Klimaschutz-Aktivitäten sein. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Jahrestagung des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Berlin. Im Inland müssten für die Klimaziele Energieeffizienz und Gebäudesanierung forciert werden, da fossile Energieträger für eine Übergangszeit stärker gebraucht würden. Das Regierungsprogramm Elektromobilität sei in diesem Kontext ein Schritt in die richtige Richtung.

Nachhaltige Mobilität müsse sicher, sauber, effizient und klimafreundlich, leise und bezahlbar sein. Im Verkehrssektor soll der Endenergieverbrauch bis 2020 um rund zehn Prozent und bis 2050 um rund 40 Prozent gegenüber 2005 zurückgehen. Meilensteine für einen nachhaltigen Verkehr gibt es bereits. Dazu gehören die Festlegung europaweiter CO2-Zielvorgaben für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, die begonnene Umsetzung des Nationalen Entwicklungsprogramms Elektromobilität, das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie oder die deutliche Verschärfung der Schadstoff- und Lärmgrenzwerte für mobile Quellen. Die Lärmbelästigung soll bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent im Luftverkehr, bis zu 30 Prozent im Straßenverkehr und Binnenschifffahrt sowie 50 Prozent im Schienenverkehr reduziert werden. Der Weg aus Effizienzsteigerung und einem wachsenden Anteil an alternativen Antrieben und Kraftstoffen soll fortgesetzt werden.

Beim Güterverkehr auf den Straßen gibt es bei der Energieeffizienz Erfolge: Der durchschnittliche Energieverbrauch im Güterverkehr hat sich von 1999 bis 2008 um rund 18 Prozent verringert. Fortschritte auch bei der Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene: Der Marktanteil der Schiene konnte in den vergangenen Jahren von 16,5 Prozent im Jahre 1999 auf über 18 Prozent 2008 erhöht werden. Der Marktanteil bleibt aber noch deutlich unter den in der Nachhaltigkeitsstrategie angestrebten 25 Prozent.

Für einen nachhaltigen Verkehr sei der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) unerlässlich. Er kann seinen Marktanteil im Wettbewerb mit dem Pkw noch steigern, wenn er kundenfreundlich, effizient und bezahlbar ist. Der Bund stellt jährlich rund 7,7 Milliarden Euro für den ÖPNV bereit.

Außerdem hat das Fahrrad als emissionsfreies, gesundheitsförderndes und wirtschaftliches Fortbewegungsmittel Zukunft. In Deutschland werden gegenwärtig 10 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad bewältigt. Es gibt jedoch noch Reserven. Daher will die Bundesregierung den Radverkehr auch künftig verstärkt ins öffentliche Bewusstsein rücken und Pilotprojekte unterstützen.

Elektromobilität birgt große Potenziale zur Verringerung der verkehrsbedingten Emissionen, wenn der Strom dafür aus Erneuerbaren Energien kommt. Bis 2020 sollen eine Million, bis 2030 sechs Millionen Elektroautos in Deutschland fahren.

Text: Erwin Halentz, Foto: REGIERUNGONLINE/Bergmann

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