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Die erste Generation des Citroën C3 entfachte unter anderem eine Diskussion, ob der neue Kleinwagen womöglich auch als Nachfolger der legendären Ente anzusehen sei. Mochte damals zumindest die Karosserieform noch entfernte Ähnlichkeit erkennen lassen, dürfte sich die Nachfolgediskussion bei der zweiten Generation vollends erübrigen.

Denn der aktuelle C3 setzt vor allem auf Chic und Wertigkeit. Letztere wurde gegenüber dem Vorgänger nochmals deutlich verbessert. Davon zeugen nicht zuletzt Details wie das Ablagefach in der Mittelkonsole, das jetzt noch klarere Konturen hat und noch mehr in die Tiefe geht. Das vermeidet endgültig lästiges Hin- und Herrutschen des dort abgelegten Kleinkrams.
Die Bedienelemente liegen gut in der Hand und sind leicht – sprich: intuitiv – zu finden und zu betätigen. An der Verarbeitung ist nichts auszusetzen. Der Digitaltacho der ersten Generation wurde durch ein klassisches Rundinstrument ersetzt.

Positiv fällt die exzellente Sicht durch die Frontscheibe ebenso auf wie die erhöhte Fahrer-Sitzposition und die festen Sitze mit gutem Seitenhalt. Das Wohnzimmercouch-Gefühl früherer Citroën, nicht von allen Fahrern geschätzt, gehört erkennbar der Vergangenheit an. Abstriche erfordert hingegen die Übersichtlichkeit nach hinten – eine Folge der sehr runden Karosserieform mit hohem Niedlichkeitsfaktor. Eine elektronische Einparkhilfe hinten ist daher kein Luxus (223 Euro Aufpreis, Serie in der Top-Ausstattung Exclusive), auch eine vordere Einparkhilfe (220 Euro) ist verfügbar, muss allerdings bei allen Ausstattungen gegen den Aufpreis geordert werden.

Der Motor unseres Testwagens (70 kW/95 PS) lief leise und agil. Dieser Benziner dürfte, wenn der C3 als klassischer Stadtwagen dienen soll, absolut ausreichen. Der Top-Benziner hat 88 kW/120 PS. Die Dieselaggregate für den neuen Citroën C3 sind sämtlich mit Partikelfilter ausgestattet, sie leisten 50 kW/70 PS, 68 kW/90 PS und 82 kW/110 PS.

So selbstbewusst wie der Auftritt des neuen Citroën C3, der im Prospekt als elegantes Schmuckkästchen beworben wird, ist die Preisgestaltung. Der kleinere der neuen Motoren (70 kW/95 PS) ist in Verbindung mit der Ausstattung Tendance für 15.800 Euro zu haben. (Darunter rangieren die zwei PSA-Oldies mit 44 kW/60 PS und 54 kW/73 PS, die nicht die erkennbaren Vorteile der neuen Motoren haben). Der kleinste Dieselmotor kostet mit der Ausstattung Advance 15.050 Euro. Die Top-Versionen Exclusive in Verbindung mit den stärksten Motoren schlagen mit 18.000 Euro beim Benziner und 20.300 Euro beim Diesel zu Buche.

Immer serienmäßig sind ABS, ESP mit ASR, elektrisch verstellbare Außenspiegel, ein in Höhe und Weite verstellbares Lenkrad und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Ab der Ausstattung Tendance sind ein geschäumtes Armaturenbrett, Nebelscheiwnerfer, ein CD-Radio mit MP3-Funktion und eine manuelle Klimaanlage dabei. Die Top-Version Exclusive wartet mit Klimaautomatik, elektrisch anklappbarem Außenspiegel und hinteren getönten Scheiben auf.

Die bis weit ins Dach hineinreichende Windschutzscheibe Zenith gibt es ebenfalls nur für den C3 Exclusive, in Serie, optional nur in der Ausstattung Tendance im Paket mit einem höhenverstellbaren Beifahrersitz. Mit Extras wie einer Lederpolsterung und einer Metalliclackierung wird der neue C3 zum (sehr schönen) Schmuckkästchen knapp über der 20.000-Euro-Grenze. Das ist vom 2 CV, wie ihn zum Beispiel Der Bastian in der gleichnamigen TV-Serie ab 1972 fuhr, schon sehr weit entfernt. Für den liebenswert-chaotischen Studenten im Vorabendprogramm (remember Horst Janson?) hieß sein betagtes Gefährt allerdings auch nicht Schmuckkästchen, sondern schlicht Else – so war das damals.

Fazit: Ein sympathischer Kleinwagen mit vielen Stärken und wenig Schwächen, der keineswegs in der Menge der Mitbewerber optisch untergeht.

Text: Roland Bernd
Fotos: Citroën

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