Porsche-Juwelen in privater Hand

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Ein Besuch im Porsche-Museum von Helmut Pfeifhofer

Prof. Dr. h.c. Ferdinand Porsche war ein genialer Geist. Als Erfinder und Konstrukteur zeichnete er für etliche epochale automobile Kreationen verantwortlich. Seine erste Fabrikationsstätte unter dem Familiennamen PORSCHE liegt im idyllischen Kärntener Städtchen Gmünd an der Tauernstraße, gleich neben der Autobahn. Von 1944 bis 1950 entstanden hier, erst am Reißbrett, dann als über's Holzmodell gedengeltes Alublech, die ersten legendären 356er-Modelle, davon 44 Coupés und 8 Cabriolets. 300 Mitarbeiter fügten dort alle Fahrzeugteile zusammen. Die Versorgung mit Basismaterial war kompliziert, so dass anschließend die Produktion nach Salzburg, in die Verkaufsniederlassung, verlegt wurde. Kurzzeitig nur, da es dort auch nicht viel besser wurde. Dann kam der große Umzug nach Stuttgart-Zuffenhausen, wo sich die Firma noch heute befindet.

In dieser Zeit interessiert sich der Holzfachmann Helmut Pfeifhofer bereits für die Automarke, richtete sich aber erstmal als Antiquitätenhändler ein. Am 30. Mai 1951 starb dann der spiritus rector, der geniale Geist Ferdinand Porsche, mit 76 Jahren. Sein Sohn Ferry übernahm das Szepter.

Zahlreiche Juwelen aus der Porsche-Gründungszeit sind heute in Pfeifhofers kleinem aber feinem Privatmuseum zu besichtigen. Denn der heute 72-Jährige hatte nach dem Motto: Antiquitäten raus, Porsche rein seine automobile Leidenschaft verinnerlicht. Im alten Gemäuer mit angebauter Scheune sammelte er Klassiker aus der Frühzeit. Neben einem Holzmodell der ersten Porsche 356-Modelle erzählt er Geschichten und Historie aus der lebendigen Porsche-Zeit. Am 18. Mai 1982, seinem 44. Geburtstag, hatte Helmut Pfeifhofer sein automobiles Schatzkästchen eröffnet. Vor einigen Jahren übergab er dann sein Lebenswerk seinem Sohn Christoph, der als Technikfreak nicht nur die Wartung der Juwelensammlung leitet, sondern auch einige Sportmodelle bei historischen Rennveranstaltungen rennmäßig mit großem Erfolg selbst bewegt. So ist immer was los bei Pfeifhofers, zumal das Museum ganzjährig und ganztägig geöffnet ist. Vater Pfeifhofer verkauft die Eintrittskarten, wenn Not am Mann herrscht und macht die ganz besonderen Führungen: denn er selbst hat noch gelernt, Blech über den Holzleisten zu treiben. So verwundert es auch nicht, dass Vaters erstes Auto ein Porsche 356 war. Christoph besitzt eines der allerersten 356er Cabrios, das steht bei ihm im Büro.

Was ist alles zu sehen? Die nahezu komplette VW-/Porsche-Motorenpalette vom 23 PS-Käfermotor über die Zweivergaser Motoren mit 40 PS, die Doppelvergaser-Trieblinge mit 75 PS der klassischen 4-Zylinder Baureihe bis zu den ersten 6-Zylinder-Boxermotoren der 911er-Baureihe. Ein Kommandeurswagen Typ 87 Baujahr 1940, von Rommels Afrika-Einsatz mit Allradantrieb und sagenhaften 24,5 PS Leistung, immerhin 1 PS mehr als der Kübel-Basismotor. Ergänzt wird das Angebot mit Austro-Daimler- und Steyr-Modellen aus der Hand von Prof. Porsche. Von 24,5 PS bis zu den fast 600 PS des Le Mans-Renners Typ 962 von Mario Andretti: die Leistungs- und Modellentwicklung für Straße und Rennsport weist ein Highlight neben dem anderen aus. Und wer ganz clever ist, bucht etwa 120 Kilometer entfernt im Hotel im Defereggental, das seinen Gästen bei einwöchigem Aufenthalt an zwei Tagen einen brandneuen Porsche Carrera als Cabriolet zum Nulltarif überlässt. Mit dem lässt sich's dann genussvoll auf herrlichen Alpenstraßen zum Oldiemuseum nach Gmünd fahren: 60 Jahre Porsche-Cabriolet-Zeitgeschichte werden lebendig. Dazu passt, dass Mutter Pfeifhofer gleich nebenan im Grünen ein idyllisches Openair-Bistro führt mit lokalen und regionalen Snacks.

Die virtuelle Stiftung Porsche-Historie würde das Prädikat Besonders empfehlenswert vergeben.

Für Interessenten zur Anmeldung: Porsche Automuseum Helmut Pfeifhofer in A-9853 Gmünd, Tel./Fax: 0043-4732-2471

Text und Bilder: Frank Nüssel

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