Mit dem Trabi Richtung Afrika

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Ab dem 20. März geht es los! Zusammen mit drei Kameraden vom Bayrischen Trabant Club e. V., verteilt auf zwei Trabants, geht Michael Unger auf eine 10.000 km lange Abenteuer-Tour. Dabei müssen sie mit dem kultigen Zweitakter Wüsten, Gebirgs-Pässe, Serpentinen und übelste Schlaglochpisten passieren. Die Route führt von München über Genua nach Tanger. In Marokko werden die Trabi-Freunde unter anderem die Stationen Fes, Marrakesch und Casablanca ansteuern. Besonders das Atlas-Gebirge wird für die 26 PS „Motörchen“ zu einer besonderen Herausforderung. Schließlich sind beide Fahrzeuge bis unters Dach mit Gepäck, Outdoor-Ausrüstung, Zweitaktöl, Werkzeugen und Ersatzteilen beladen.

Bei der Bereifung setzt die Mannschaft um Michael Unger auf Pneumant. Die Wahl fiel dabei nicht aus nostalgischen Gründen auf den ehemaligen Erstausrüster des VEB Sachsenring. Denn das aktuelle, hochmoderne Profil PN 250 hat außer dem Markennamen nichts mehr mit den Reifen aus DDR-Zeiten gemein. Pneumant Reifen werden in den modernen Produktionsanlagen des Goodyear Dunlop Konzerns gefertigt und unterliegen dabei strengsten Qualitätskontrollen. Vorteil für die Abenteurer: Die aufwendig konstruierte Karkasse des PN 250 bietet viel höheren Schutz vor gefürchteten Plattfüßen, als seine Vorfahren aus dem Diagonalreifen-Zeitalter.

Obwohl die beiden Reisegefährten bereits 21 bzw. 42 Jahre auf dem Buckel haben, erwartet Unger auch sonst keine ernsthaften technischen Schwierigkeiten: „Viele glauben gar nicht, wie robust die Trabant-Technik ist.“ Zudem ist sie so simpel und logisch aufgebaut, dass sie auch einem Dorfschmied im Falle eines Falles vor keine unlösbaren Rätsel stellt. Aber auch der 46-Jährige kennt mittlerweile jede einzelne Schraube seines persönlichen Traumwagens. Schließlich ist der Trabi für ihn nicht nur Hobby, sondern auch alltägliches Fortbewegungsmittel. Im Schnitt legt der Bayer 30 -35.000 km im Jahr mit dem Zweizylinder-Zweitakter zurück.Doch Afrika ist für ihn und seinen P601 ein noch unentdeckter Kontinent. Trotzdem ist die Vorfreude groß: „Egal wo man mit dem Trabi hinkommt, man kommt schnell mit den Menschen ins Gespräch. Das ist sehr wichtig für uns, schließlich wollen wir ja auch die fremden Kulturen kennenlernen. Mit einem SUV erntet man nicht so einfach spontane Sympathien.“

Ob der Trabi auch bei den Berbern und Nomaden in Marokko ein Lächeln hervorzaubern kann und inwiefern die „Renn-Pappe“ tatsächlich über Globetrotter-Qualitäten verfügt, kann ab dem 20. März täglich in dem Reise-Blog der Seite www.trabant-meets-africa.de nachlesen.Trotz des noch ungewissen Ausgangs der ersten Afrika-Tour, hat der Trabi-Club bereits jetzt schon Reisepläne für 2011 geschmiedet: Dann soll es sogar runter bis nach Dakar gehen. Zwar nicht im Rallye-Tempo, doch dafür umso abenteuerlicher.

Text und Fotos: Christian Hieff/Reifen Fulda

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