Erste Erfahrungen: Škoda Octavia – RS und Scout 2009

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Nachdem Škoda Anfang des Jahres die Octavia Limousine und den Kombi frisch renoviert zu den Händlern gestellt hat, freuen sich nun die zwei Spezialisten aus der Octavia Modellreihe an ihrem Schönheitsprogramm. Der Sportler RS und der Pfadfinder Scout haben ebenfalls eine Frischzellenkur erhalten und können ab Juli im strafferen Outfit gekauft werden.
Wie schon die Limousine und der Kombi fallen nun die beiden anderen Familienmitglieder durch neue Scheinwerfer (optional mit Taglicht, Xenon, Kurvenlicht) auf. Die Front erinnert mit dem modifizierten Kühlergrill und den neuen Stoßfängern an den Suberb. Dazu gibt es noch andere Außenspiegel und größere Rückleuchten. Im Inneren erfuhr der Octavia eine dezente Überarbeitung. Dazu kommen neue Optionen wie das Doppelkupplungsgetriebe DSG und sportive 18-Zoll-Räder.

Der im Vergleich zur Limousine um 13 Millimeter tiefer gelegte RS wird seinem Kürzel für Rennsport gerecht. Unter der Haube des kompakten Fronttrieblers werkelt der aus dem Golf GTI bekannte 2.0-Liter TFSI mit 147 kW/200 PS. Das wundert nicht, basiert doch der Octavia auf dem Bestseller aus Wolfsburg und teilt sich viele technische Komponenten mit ihm. So auch das aufgeladene Aggregat, das den RS zu dem schnellsten Serien-Škoda macht. Die Höchstgeschwindigkeit der RS Limousine liegt bei 242 km/h, der Kombi ist mit 239 km/h fast genauso schnell. Straff gefedert und abgestimmt, stellt er nicht nur auf der Rennstrecke seine sportlichen Gene eindrucksvoll unter Beweis. Der Spurt von 0 auf 100 km/h gelingt in 7,2 (7,3) Sekunden, das Drehmoment von 280 Nm steht im breiten Band von 1.700 bis 5.000 Umdrehungen zur Verfügung. Allerdings steigt mit der Lust aufs Gasgeben und Kurvenwedeln auch der Verbrauch. Der angegebene Durchschnittsverbrauch von 7,5 Litern (CO2-Ausstoß: 175 g/km) ließ sich jedenfalls bei ersten Testfahrten nicht realisieren. Zwischen zehn und zwölf Litern flossen durch die Leitungen, auf Rennstrecken dürfte es einiges mehr sein. Sparsamer gibt sich der RS mit dem 2.0-Liter TDI. Der Common-Rail-Diesel leistet 125 kW/170 PS. Damit ist man zwar nicht ganz so flott unterwegs wie mit dem Benziner, aber langsam ist man noch lange nicht. (Spitze: 226 (225) km/h). Der Standardspurt ist mit 8,3 (8,4) Sekunden nur eine Sekunde langsamer, im Alltag dürfte es kaum auffallen. Der Selbstzünder gibt sich angenehm leise und verleitet durch sein Drehmoment von 350 Nm zu gelassenen Fahrweisen. Belohnt wird dies mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,7 Litern (150 g/km). Beide Motoren erfüllen zudem die Euro 5 Abgaswerte.

Während der RS der Kracher im Portfolio ist, obliegt dem Scout die Kraxelarbeit. Anders als bei manch anderem Fahrzeug-Kollegen dient die Beplankung nicht nur dem schönen Schein, sondern schützt vor Beschädigungen. Mit einer Bodenfreiheit von 18 Zentimetern, einer elektronischer Differenzialsperre und permanentem Allradantrieb mit Haldexkupplung wühlt sich der Tscheche ordentlich durch Schlammlöcher oder meistert gelassen rutschige Steigungen oder Abfahrten. Besonders der 2.0-Liter-Diesel mit 103 kW/140 PS ist dank seines Drehmoments von 320 Nm eine gute Wahl, auch wenn der Pumpe-Düse-Selbstzünder sich ansonsten etwas rauh gibt. (Spitze: 197 km/h, Verbrauch: 6,4 Liter, 173 g/km, Euro 4). Für die Straßen-Pfadfinder ist der 1.8-Liter TSI mit 118 kW/160 PS eine weitere Option. (Spitze: 211 km/h, Verbrauch: 7,8 Liter, 182 g/km, Euro 5) Der Scout wird nur in der Kombiversion angeboten, das heißt aber Transportaufgaben können leicht erledigt werden. Schließlich fasst das Gepäckteil zwischen 580 und 1.620 Litern.

Der RS und der Scout überzeugen nicht nur durch Sportlichkeit beziehungsweise durch Geländegängigkeit: Beide sind alltagstauglich. Das Platzangebot ist gut, und in Punkto Verarbeitung und Zuverlässigkeit brauchten sich die Tschechen nicht hinter dem Golf zu verstecken. Zudem machen die Tschechen auch beim Bezahlen eine gute Figur. Der RS mit dem 200 PS Benziner steht als Limousine ab 28.090 Euro in der Liste, der Kombi kostet 1.140 Euro Aufpreis. Für den Scout sind mindestens 28.090 Euro fällig.

Text: Elfriede Munsch

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