Weihnachts-Himmelpfort im Endspurt

Beitragsbild
Foto 1
Foto 2
Foto 3
Foto 4

Briefe aus Macao, eine in der Nähe von Hongkong gelegene ehemalige portugiesische Kolonie, dem afrikanischen Tansania und dem Fürstentum Monaco erreichten in diesem Jahr erstmalig das nordbrandenburgische Himmelpfort. Der Ort mit gut 500 Einwohnern, rund 100 km von Berlin entfernt, beherbergt das weltbekannte Weihnachtspostamt, und das seit 24 Jahren. Seitdem ist der Inhalt der Botschaften immer ähnlich. Die Kinder, manchmal auch Erwachsene, schreiben dem Weihnachtsmann ihre Wünsche auf und hoffen auf Erfüllung. Bislang sind knapp 270.000 Briefe aus 80 Ländern beantwortet worden, sagt Post-Pressesprecher Rolf Schulz gegenüber KÜS-Online. Da der Himmelpforter Weihnachtsmann auch für sämtliche Nachzügler ein großes Herz hat und deren Nachrichten bis zum 28. Dezember beantwortet, rechnen wir mit einem neuen Rekord. Der aktuelle datiert vom vorigen Jahr, wo rund 280.000 Mitteilungen in Himmelpfort eintrafen und wieder verließen. Bisher kamen im laufenden Jahr 7.000 Briefe aus dem Ausland, die meisten aus Polen (rund 2.000) und Italien (rund 1.200).

Nach wie vor erreichen Himmelpfort täglich Tausende Schreiben. Alle Sendungen werden vom Weihnachtsmann und seinen 20 Helfern, die für sechs Wochen angestellt sind, beantwortet. Erfinderin des Himmelpforter Weihnachtspostamtes ist Cornelia Matzke, die vor 24 Jahren erstmalig zwei Briefe beantwortete. Sie ist jetzt Chefin der Helfer und konstatiert in den Wünschen der Kinder eine Umkehr: Momentan geht der Trend zu mehr Spielzeug aus Holz hin, trotz des gewaltigen Angebots an elektronischen Spielzeug. Mit dem diesjährigen Ablauf ist die ehemalige Postlerin zufrieden: Es zahlt sich aus, dass ein Großteil der Helfer bereits Stammkräfte sind.

Denn eine logistische Aufgabe ist das Himmelpforter Weihnachtspostamt allemal. Für die Pressestelle in Berlin immerhin einer der größten Arbeitsaufgaben im gesamten Jahr. Viele der Briefe müssen wir per Hand bearbeiten. Kinder schreiben noch ein wenig ungelenk. Da können wir mit Automatik nichts ausrichten. Im Briefzentrum Hennigsdorf bei Berlin sitzt extra ein Kollege, der sich der Weihnachtspost für Himmelpfort annimmt, erzählt Postsprecher Schulz. Das Logistik-Unternehmen unterstützt mit dieser Aktion auch sein Kerngeschäft – den Brief. Wir halten Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren zum Briefeschreiben an. Selbst etwas zu verfassen und darauf eine Antwort zu erhalten, ist für die meisten Kinder ein tolles Erlebnis. Und die Post lässt sich diese Aktion etwas kosten: Briefporto, Helfer, jedes Jahr neu gestaltete kindgerechte Antwortbriefe, die mit einer persönlichen Anrede und einer kleinen Überraschung für Freude bei den Kindern in der Vorweihnachtszeit sorgen sollen. Nicht zu vergessen, die Übersetzung in 15 Sprachen. Und der Weihnachtsmann empfängt in Himmelpfort viele Kinder persönlich, die ihre Wunschzettel selbst abgeben und noch ein gutes Wort für sich – Werbung quasi in eigner Sache – einlegen wollen.

Schulz und Matzke sagen, täglich treffen mehrere Dutzend Postbehälter in Himmelpfort ein und und werden selbstverständlich auch bearbeitet. In den sechs Wochen sind es weit über 1.000. Aber nicht nur in Himmelpfort drängt die Zeit: Auch die sechs anderen deutschen Weihnachtspostfilialen liegen im Endspurt. In Engelskirchen (Nordrhein-Westfalen), Himmelstadt (Bayern), St. Nikolaus (Saarland), Himmelpforten, Himmelsthür und Garrel (alle drei Niedersachsen) sowie Himmelpfort (Brandenburg) sind dieses Jahr schon weit über 400.000 Briefe eingegangen. 2007 wurden in den genannten Weihnachtspostfilialen insgesamt 588.000 Kinderbriefe bearbeitet (2003: 387.000).

Text und Fotos: Erwin Halentz

Nach oben scrollen