Erste Erfahrungen: Mercedes SLK 2008

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Der Mercedes SLK hatte zwar nicht unbedingt eine Frischzellenkur nötig, aber er fühlt sich nach der jüngsten Wellnessbehandlung trotzdem besser an. Ziel der Technikmassage war es, mehr Leistung bei geringerem Verbrauch zu erzielen und dabei ein bisschen beweglicher in den Hüften zu werden.

Insgesamt 650 Komponenten haben die Techniker für die Aufhübschung des erfolgreichen Roadsters überarbeitet oder neu entwickelt. Dabei galt ihr Augenmerk vornehmlich der Antriebseinheit. Die meiste Arbeit steckt im 3,5-Liter V6, dessen Leistung durch ein neues Hochdrehzahlkonzept auf 224 kW / 305 PS bei 6.500 U/min hochschnellte, was ihn dynamisch und akustisch in die Riege echter Sportwagen aufrücken lies. Gleichzeitig sank der Verbrauch um gut einen Liter auf 9,2 Liter, vorausgesetzt, man ordert die Siebengang-Automatik. Selbstschalter brauchen 0,3 Liter mehr. Fast zum Ökoflitzer wird der SLK mit dem Basismotor. Der 200 mit Kompressor kommt nun auf 135 kW/184 PS und begnügt sich im Mittel mit 7,7 Litern Superbenzin. Dafür muss er sich mit lediglich vier Zylindern begnügen, was unter Premiumroadstern nicht ganz standesgemäß ist.

Beim ersten leichten Sportprogramm in den französischen See-Alpen konnte der bärenstarke SLK 350 völlig überzeugen. Mehr Auto braucht im Kurvengeschlängel alter Rallye Monte Carlo Strecken niemand wirklich. Weniger reicht auch, wie der Umstieg auf den Basis-SLK bewies. Wer nicht den wohlklingen Sound und die 300 PS unbedingt braucht, um auf der letzten Rille aus der Kurve heraus zu beschleunigen, kommt mit dem Vierzylinder bestens klar. Die Leistung reicht zum sportiven Cruisen und für fast alle Überholvorgänge. Eine Erkenntnis, die sich in Deutschland die meisten SLK-Käufer zu Eigen gemacht haben. Rund sechzig Prozent entscheiden sich für diese Motorisierung. Wer den Komfort einer Automatik schätzt, muss sich allerdings mit fünf Gängen statt der bei den Sechszylindern üblichen sieben begnügen.

Abseits fahrdynamischer und umweltrelevanter Argumente überzeugt der überarbeitete SLK durch seine bekannten Tugenden wie Solidität und Komfort. Auch wenn man vielleicht als Weichei gilt: der optionale Heißluftfön in der Kopfstütze erlaubt offenes Fahrvergnügen auch bei Temperaturen wenig über null Grad und das hat doch was.

Die Preise hat Mercedes kaum angefasst. Das Basismodell kostet 36.503 Euro, hat aber, wie die Konkurrenz aus Bayern, nicht mal eine Klimaanlage. Die gibt es erst bei Sechszylindern serienmäßig. Der gelobte SLK 350 startet bei 46.975 Euro. Darunter rangiert n och der SLK 280 mit 231 PS für 41.858 Euro. Wenn man nicht den Vierzylinder mit ordentlicher Ausstattung nimmt ist der starke V6 die erste Wahl.

Text: Günter Weigel

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