Erste Erfahrungen mit dem neuen BMW 5er Touring

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Wenn im Sommer die dritte Generation des BMW 5er Tourings auf den Markt kommt, ist das Feld für den Edel-Kombi gut bestellt. Von der ersten Generation konnten die Bayern 125.000 Stück absetzen, schon die zweite Generation verdoppelte die Käuferzahl. Im vergangenen Jahr waren vier von zehn Verkauften 5er-Kombis. Das soll sich beim neuen Touring noch steigern. Er wirkt optisch auf Anhieb überzeugend. Chef-Designer Chris Bangle hat, ganz gegen seine Gewohnheit, ein eher konservatives und dafür sehr elegantes Autos gezeichnet. Bis zur B-Säule ist der Touring mit der Limousine identisch. Dann folgt eben keine gebangelter Kofferraum, wie ihn 7er- und 5er-Limousine tragen, sondern eine logische Fortsetzung in Form eines schönen Kombihecks. Damit steht er in der Tradition der beiden ersten 5er-Kombis, die jeweils die elegante Form des praktischen Oberklasseautos vertraten.

In Sachen Praxis bietet der Neue 500 Liter Gepäckraum und übertrifft damit seine Vorgänger. Bei umgeklappter Rücklehne schluckt der BWM immerhin 1.650 Liter. Das ist kein Klassenbestwert, aber zum reinen Gütertransporter hat der 5er noch nie getaugt. Mit den sportlichen Motoren der Limousine gehört er ganz klar zu den Lifestyle- Kombis, die Golfausrüstungen und hilfsweise Fahrräder oder Surfbretter bewegen. Auch zum Transport von edlem Wein ist er bestens geeignet. Malereimer und ähnliches schmutzendes Gut wirken ein wenig deplaziert. Gut durchdacht ist das Gepäckablagesystem im Kofferraum. Durch Aufklappen von Bodenfächern entstehen praktische Boxen. Wie es sich für ein Premium-Auto gehört, sind selbst diese Klappen mit Gasdruckdämpfern versehen. Das Rollo zur Gepäckraumabdeckung öffnet sich jetzt automatisch ein Stück nach oben, wenn man die Heckklappe oder die weiterhin separat zu bedienende Heckscheibe öffnet. Ansonsten entsprechen Interieur und Ausstattung weitgehend der Limousine.

Auch das Motorenangebot ist aus der Limousine bekannt. Zu Beginn sind 525i, 545i, 525d und 530d lieferbar. Die Diesel wurden überarbeitet und haben nun einen Partikelfilter, was sie EU4-tauglich macht. Der kleine Diesel bekam nebenbei noch eine Leistungsspritze von 163 auf 177 PS und 50 Nm mehr Drehmoment auf nunmehr 400 Nm. Der 3.0d hat ohnehin schon 218 PS und 500 Nm. Ab Herbst kommt dann der 535d mit 272 PS und 560 Nm als neuer Überdiesel für ganz Leistungshungrige. Bis dato müssen die besonders Sportlichen auf den 545i setzen. Der Achtzylinder ist der Motor der Wahl für die amerikanischen Käufer und sorgt dank 333 PS für sehr sportliche Fahrleistungen. Der Einstiegsmotor hat 192 PS und 2,5 Liter Hubraum und ist damit so stark wie der erste 525i von 1991. Die Diesel lassen sich im EU-Schnitt mit 7,0 und 7,2 Litern je 100 km bewegen. Die Benziner brauchen 9,9 und 11,3 Liter. Mit allen Motoren ist der Wagen souverän motorisiert.

Das Fahrwerk der Limousine gehört ohnehin zum Besten, was man in dieser Größe bekommen kann. Aufpreispflichtige Nettigkeiten wie die Aktivlenkung und das Headup-Display, mit dem wichtige Fahrdaten auf die Windschutzscheibe projiziert werden, muss man nicht haben, auch wenn sie das Autoleben angenehmer machen. Die Preisspanne beginnt bei 40.400 Euro für den 525i und 40.950 für den 525d. Darin ist die Niveauregulierung ebenso enthalten wie eine Klimaanlage. Für den 530d schreibt BMW 44.050 Euro auf die Rechnung, der 545i belastet das Firmenkonto mit 60.400 Euro.

(Günter Weigel)

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