Bentley: Ein Nachbau von 1939

Einer der spektakulärsten Bentley der Vorkriegszeit war ein Corniche Performance aus dem Jahr 1939 – der einzige seiner Art.

Auf dem Hochgeschwindigkeitsoval in Brooklands erreichte die vom Mark V abgeleitete Sportlimousine über 100 Meilen in der Stunde, mehr als 160 km/h. Technisch und im Design war das Fahrzeug ein Meilenstein für die Luxusmarke. Vielleicht war es sein temporeiches Naturell, welches für einen Unfall in Frankreich sorgte. Endgültig zerstört wurde das Einzelstück jedoch von deutschen Bomben, die auf den Hafen der französischen Stadt Dieppe fielen. Diese eigentlich unwiederbringlich zerstörte Schönheit hat jetzt Bentleys Veredelungsabteilung Mulliner wieder aufstehen lassen.

Möglich war dies, weil noch einige Originalteile für weitere Modelle aus dieser Zeit vorhanden waren. Bereits 2001 keimte die Idee auf, mit diesen Teilen den historischen Corniche möglichst nah am Original nachzubauen. Doch erst 2018 ging das Projekt unter der Obhut von Mulliner in seine finale Phase. Dabei war vor allem viel handwerkliches Geschick gefragt. Allein für den Kühlergrill haben die Metallarbeiter drei Monate benötigt. Viel Mühe hat man sich auch dabei gegeben, im Innenraum Leder, Holz und Textilien in der Qualität zu verbauen, wie sie vor 80 Jahren üblich war. Wie beim Original wurden leichte Stahlbleche verbaut, das Getriebe mit einem Overdrive-Gang ausgestattet und der 4,25-Liter-Reihensechszylinder auf mehr Leistung getrimmt. Vorstellen wird Bentley den neuen alten Corniche im September auf dem Salon Privé im Blenheim Palace. Anschließend wird er Teil der Heritage-Flotte von Bentley.