Toyota Corolla: Alter Name, neues Auto

Nach 12 Jahren setzt Toyota bei seinem Kompaktklasse-Modell beim Namen wieder auf alte Traditionen – aus Auris wird wieder Corolla. Verkaufsstart des neuen Modells, das mit seinem Vorgänger nichts gemein hat, ist am 4. April 2019. Der Japaner basiert auf der neuen TNGA-Plattform und kommt in drei Karosserieversionen, mit zwei Hybridantrieben und einem 1,2-Liter-Turbobenziner daher. Einen Dieselantrieb gibt es nicht mehr. Toyota will sich mit dem neuen Trio in der Kompaktklasse unter den „üblichen Verdächtigen“ wie beispielsweise Ford Focus, Kia Ceed, Opel Astra und VW Golf mehr Aufmerksamkeit verschaffen.

Der Corolla kommt zum Marktstart als Fünftürer, Kombi und Limousine. Toyota erwartet in Deutschland rund 19.000 Corolla-Verkäufe, davon soll das Gros auf den Hatchback = Fünftürer (47 Prozent) und den Kombi = Touring Sport (45 Prozent) entfallen und lediglich 8 Prozent auf die Limousine. Die Preispalette für den Basis-Fünftürer mit 1,2-Liter-Turbobenziner beginnt bei 20.990 Euro, der Kombi kostet 1.200 Euro Aufpreis. Der Einstieg in die Hybridwelt beginnt bei 27.290 Euro in der Comfort-Ausstattung für den Hatchback. Die Limousine, die nur mit dem 1,8-Liter-Hybriden in Deutschland erhältlich ist, kostet mindestens 27.990 Euro.

Äußerlich wirkt der Corolla – im Vergleich zum Vorgänger – mit seiner gestreckten Karosserie und dem größeren Kühlergrill deutlich dynamischer. Die neuen Scheinwerfer und Rücklichter sind jetzt serienmäßig mit LED-Technik ausgestattet. Der 4,37 Meter Fünftürer und der 4,65 Meter lange Kombi bieten gute Platzverhältnisse. In der Breite (1,79 Meter) und Höhe (1,43 Meter) gibt es keine Unterschiede. Allerdings ist der Radstand vom Kombi mit 2,70 Meter um 60 Millimeter länger als beim Fünftürer. Das Kofferraumvolumen beträgt beim Schrägheck 361 bis maximal 1.024 Liter und beim Kombi können zwischen 598 und 1.606 Liter Gepäck verstaut werden. Pfiffig beim Kombi: Der Trenndeckel im Kofferraum kann beidseitig verwendet werden. Auf der einen Seite ist er klassisch mit Stoff bezogen, auf der anderen mit einer abwaschbaren Beschichtung.  

Für den Vortrieb sorgen ein Turbobenziner und zwei Hybridversionen mit 1,8- beziehungsweise 2,0-Liter. Alle Motoren erfüllen die Euro 6d-Temp Abgasnorm. Der kleine 1,2-Liter Vierzylinder leistet 85 kW/114 PS und erreicht sein maximales Drehmoment von 185 Nm zwischen 1.500 und 4.000 Umdrehungen. Damit meistert der Fünftürer mit Sechsgangschaltung den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in 9,3 Sekunden, der Kombi benötigt 0,3 Sekunden länger. Seine Spitzengeschwindigkeit wird mit 200 km/h (Kombi 195 km/h) angegeben, dabei konsumiert er laut Hersteller im Schnitt 5,2 Liter. Die beiden Hybrid-Versionen mit stufenlosem CVT-Getriebe sind mit einem Normverbrauch zwischen 3,3 und 3,7 Liter pro 100 Kilometer laut Datenblatt deutlich sparsamer. Der 1,8-Liter-Hybrid kommt mit einer Gesamtleistung von 90 kW/122 PS daher und hat ein Drehmoment-Bestwert von 142 Nm bei 3600 min-1. Für den Spurt von Null auf Tempo 100 benötigt der Fünftürer 10,9 Sekunden (Kombi: 11,1/Limousine: 11,0) und erreicht Spitze 180 km/h. Auf ersten Testfahrten hat der Zweiliter-Hybrid (ab 29.290 Euro) mit einer Systemleistung von 132 kW/180 PS, der sein maximales Drehmoment von 190 Nm zwischen 4.400 und 5.200 Umdrehungen erreicht, besser gefallen. Im Kombi mit dem Zweiliter-Hybrid lag unser Verbrauch bei sechs Litern. Im Vergleich zum 1,8-Liter-Hybriden ist das Fahrzeug dynamischer unterwegs. Damit sprintet der fünftürige Japaner in 7,9 Sekunden (Kombi: 8,1) von Null auf 100 und bei 180 km/h Spitze ist Schluss. Die Hybrid-Versionen haben auch dank der neuen Plattform, die auf der einen Seite leichter und steifer ist, eine deutlich gesteigerte Fahrdynamik. Zudem ist im Vergleich zum Vorgänger auch der Schwerpunkt um zwei Zentimeter abgesenkt. Insgesamt kombinieren die Hybridversionen des Corolla einen guten Fahrkomfort mit niedrigen Verbrauchswerten.

Der Fünftürer und der Kombi werden in fünf Ausstattungsversionen (Corolla, Comfort, Business Edition, Club und Lounge) angeboten. Die Limousine gibt es in der Comfort- und Club-Version. Bereits in der Basisausstattung ist das Toyota Safety Sense der zweiten Generation enthalten ebenso wie (unter anderem) eine Geschwindigkeitsregelanlage, elektrische Fensterheber vorne und hinten und eine Klimaanlage. Ab der zweiten Ausstattungsstufe Comfort kommen unter anderem Klimaautomatik, ein Acht-Zoll Touchscreen und eine Rückfahrkamera zum Einsatz.

Fotos: Toyota