Dakar 2019 – Tag 7: Taktik, Tempo und tausend Tricks

Um 08:54 Uhr startete Loeb, der die Vortags-Etappe für sich entschieden hatte. Die Region war in Nebel eingehüllt, das sorgte für Verspätung. Bereits während der ersten Prüfung blieb der Peugeot-Pilot stehen: Elektrikschaden. Fast 40 Minuten verlor er, um anschließend Minute für Minute aufzuholen.

Al-Attiyah hatte Motorradfahrer plus die drei Vortagesbesten vor sich, durfte sich am und im dichten Sandpulverstaub delektieren, musste sich nach vorne und hinten mit allen gebotenen Tricks wehren, um seinen ersten Platz (insgesamt) zu behalten und den Verlust nicht zu hoch werden zu lassen. Ein vierter Platz an diesem Tag genügte dem alten Fuchs, der selbst mit einem zerfetzten Pneu, der zudem ein Stück Heck mit deformiert hatte, seine gute Laune behielt.

Peterhansel hat Nani Roma als “Rückenstütze” hinter sich und hofft, dass der ihm vor allem Loeb vom Leibe hält. Es gab aber auch beachtliche Einzelergebnisse anderer Teilnehmer unter den Top 15: Philipp Gache, Gründer des SMG-Buggy-Teams vor etlichen Jahren, hat seinen Laden nach China verkauft. Dort ist er nun als Fahrer mit dem chinesischen Teamkollegen Wei Han auf dem nun der Firma Geely gehörenden Buggy beachtlich unterwegs. Han liegt sogar auf Platz 8! Martin Prokop (Tschechien) liegt auf seinem Ford F 150 dicht dahinter. Aber auch JCW-Mini-Fahrer Yazeed Al Rajhi, immer wieder durch viel Pech aufgehalten, drängt ordentlich nach vorne. Der heimische Fahrer Nicolas Fuchs (Ford Ranger V8), im Lande ein berühmter Racing-Hero, hält sich wacker ebenfalls unter den besten 15.

Wie es derzeit aussieht, zeichnet sich ein Vierkampf ab, da die ersten Vier weniger als eine Stunde auseinander liegen. Ab dem Fünften sind es dann spürbar mehr – bis zu sechs Stunden. Klare Ansage für Al-Attiyah, auf der 8: so schnell wie nötig, so sicher wie möglich. Ähnliches gilt für Peterhansel, der natürlich seinen 15. Dakarsieg einfahren möchte, wie Al-Attiyah den ersten Gesamtsieg für Toyota in trockene Tücher bringen will. Ein Muss laut Teamchef Glyn Hall. Am Donnerstag ist dann Ende Gelände, es bleibt spannend.

Bilder: Teams, Veranstalter ASO