Dakar 2019 – Tag 2: Taktische Spielchen unerwünscht

Von Pisco nach San Juan de Marcona führte die zweite "erste echte" Etappe über 342 Wertungskilometer. Sie waren bestimmt von feinem Sand und endlosen Dünen. Das sorgte für etliche Überraschungen, die schlussendlich auch das Gesamtklassement durcheinander mischten.

Es zeigte sich auch, dass die nur per Zweirad angetriebenen Buggys nicht grundsätzlich den Allradfahrzeugen unterlegen sein müssen, denn Sébastien Loeb auf dem 2018er Peugeot 3008 DKR (306)-Buggy, nicht unbedingt ein Freund von feinem Sand, entschied diese Etappe für sich. Ziemlich überraschend, denn Top-Favorit Peterhansel (304, Mini-Buggy) hatte sich festgefahren und musste auf seinen freundlichen Teamkollegen Cyril Despres (308) zwecks Fremdhilfe warten.

Diese Aktion kostete beide richtig Zeit, wobei Peterhansel mit schlussendlich 15 Minuten noch Glück hatte und noch als 17. einlief. Sainz (Mini-Buggy, 300) erwischte auch nicht gerade seinen allerbesten Tag und musste sich mit Rang 8 begnügen. Besser machten es die X-raid-Kollegen Nani Roma (307, JCW-Mini) mit Tagesplatz 2 und Al-Rajiv mit gleichem Arbeitsgerät auf Rang 3. Orly Terranova (JCW-Mini, 310) musste inmitten der Prüfung abbrechen, die Gesundheit spielte nicht mehr mit. Schade, er gehört seit Jahrzehnten zu den zuverlässigen Ankommern. Nächste Überraschung: Die bislang meist Unbeachteten, etwa Harry Hunt (Ex-Mini-Pilot bei X-raid), der mit einem der drei privat gemeldeten Peugeot 3008 DKR vom PH-Team unterwegs ist und sich Tagesrang 7 sicherte. Vassily Vasilyev (Ex-Mini) auf dem Overdrive Toyota Hilux fühlt sich von Tag zu Tag wohler und lässt den Kraftprotz munter laufen: Rang 10 auf der Zwei. Al-Attyah hatte etwas verwachst, zeigte sogar Nerven und verlor Zeit: 7,5 Minuten Verlust bedeuteten diesmal nur Rang 11. In der “Offenen Klasse” hat sich Robby Gordon auf Platz 1 geschoben, dafür reichte ihm ein magerer 25. Platz, aber da treten eh nur eine knappe Hand voll Teilnehmer an.

Bilanz des Tages: “Politik der kleinen Schritte” ist angesagt, die Toyota-Gazoo-Leute haben das beherzigt und tief verinnerlicht. Heißt: De Villiers und ten Brinke führen das Gesamtklassement doch etwas überraschend an. Aber nur wenige Sekunden und knappe Minuten trennen sie von der Verfolgermeute, die auch nur darauf wartet, dass “vorne” Fehler und Technik-Gremlins für Schwachperioden sorgen. Eines ist auch sicher: Zeit für taktische Spielchen gibt es nicht, schließlich sind es heuer nur zehn Etappen, auf denen weniger Verluste aufgeholt werden können als bei den ehemaligen 14 Tagen.

Die dritte Ertappe führt nach Arequipa, bereits bei früheren Dakars eine beliebte Biwak-Stätte.

Fotos: ASO, Teams

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