Dakar 2019: Noch keine Überraschungen auf Etappe 1

Die erste Wertungs-Etappe war eine kurze. Eine längere Verbindungsstrecke führte zunächst vom Startort Lima immer am Meer entlang mit Kurs Süd zum Städtchen Pisco, wo ein gezeiteter Rundkurs von 83 Kilometern Länge, überwiegend durch Sand und Dünen, auf die Teilnehmer wartete.

Nach einstündiger Verspätung – GPS-Probleme bremsten die zuvor gestarteten Motorradfahrer aus – legte Sainz als Vorjahres-Sieger auf dem MINI Buggy los. Auf der Zwei startete Nasser Al Attiyah mit dem Gazoo Toyota Hilux und brannte sein erstes Feuerwerk ab. Er überholte Sainz und nahm ihm im Laufe der Prüfung gleich einmal zwei Minuten ab. Das will zwar nicht allzuviel heißen, zeigt aber, dass der Qatari von Anbeginn auf Attacke fährt und seinen starken V8-Motor nebst Allradantrieb gar wohl gegen die Minis von JCW und die Buggys von X-raid früh positionieren will.

Kuba Przygonski auf dem ersten Allrad-Mini folgte flink und unspektakulär auf Rang 3 und bestätigte seinem Teamchef Sven Quandt seinen guten Ruf zum Thema Zuverlässigkeit, während sich Vladimir Vasilyev auf einem Hilux Toyota von Overdrive auf Rang 4 schob. Mitfavorit Peterhansel auf dem zweiten Mini Buggy fing sich einen schleichenden „Plattfuß“ ein, wechselte aber das malade Rad nicht, nahm etwas Speed raus und begnügte sich mit dem 7. Tagesrang. Teamkollege Désprés rutschte noch in die Top-Ten, hatte aber schon 5,5 Minuten Rückstand auf Al-Attiyah. Giniel de Villiers, auch zu den Favoriten zählend, trieb seinen Gazoo-Hilux auf Platz 6. Der dritte Mann im Toyota-Team, Bernhard ten Brinke, begnügte sich an diesem Tag mit Platz 8.

Etwas überraschend: Ex-Mini-Fahrer (Ex-X-raid) Harry Hunt, auf einem letztjährigen Peugeot 3008 DKR, fuhr seine bei allen Dakars beste Tagesplatzierung mit Rang 9 ein. Etwas enttäuschend heuer: Sébastien Loeb, auf gleichem Peugeot-Material unterwegs, hatte sich als 13. bereits drei Minuten eingefangen. Tiefsand und Dünen sind eben nicht so sein Ding. Matthieu Serradoni auf dem bärenstarken SRT-Buggy (Chevy V8-Triebwerk!) blieb mit Tagesrang 18 doch einiges schuldig. Noch schlimmer verlief der Starttag für Robby Gordon, der nach dreijähriger Dakar-Abstinenz mit sieben Minuten Rückstand nur als 21. gewertet wurde.

Dramen oder gar Tragödien entfielen am ersten Tag, aber es stehen noch neun weitere Tage an, die immer länger und härter werden….

Fotos: Veranstalter ASO, Teams