Neues zum Straßenwinterdienst

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Fensterseifer berichtete über Adaptive Streutechniken zur Glättebekämpfung. Winterexperten gehen jedoch davon aus, dass eher mit einer Abnahme der Schneehöhen, auch im Alpenraum, künftig zu rechnen ist. Dennoch müssen die heutigen Gegebenheiten erforscht und in Fakten umgesetzt werden. So mussten die Straßenmeistereien in Rheinland-Pfalz im vergangenen Winter 57 mal wegen Reif- und Eisglätte sowie 25 mal gegen Schneeglätte ausrücken. Als langjährig bewährte Methode gegen alle Arten der Glättebildung hat sich die Flüssigstreuung (FS 100) durchgesetzt. Hierbei wird über Sprühdüsen reine Salzsole (20 %ige NaCl-Sole) auf die Fahrbahn aufgebracht. Die Dosierung kann aber zwischen 10 und 40 Gramm pro Quadratmeter variabel gestaltet werden. Das hängt von der Glätte und den Temperaturen ab. Die Sole wird dabei sehr gleichmäßig verteilt.

Sollte hingegen Reifglätte gemeldet werden, genügen für die Prävention bereits 10 Gramm für die gleiche Fläche, was bis zur Minustemperatur von 6 Grad ausreicht. Pro Kilometer Landesstraße werden folglich nur 11 Kilogramm Salz verbraucht. Im Laufe der Streuzeit kann sich sogar eine Art Imprägniereffekt ergeben, wobei die Salzdicke zunimmt. Dabei kann jede 4. Streuung eingespart werden.

Auch der Pilotversuch Flexibler Winterdienst zählt dazu und hat sich bislang als sehr erfolgreich erwiesen. Streumengen und Solekonzentrationen ändern sich also oftmals und hängen von den aktuellen Gegebenheiten ab. Mit verbesserter Fahrzeugtechnik und -sensorik, inklusive der exakten Prognosen zu den Fahrbahn- und Wetterzuständen, wird sich die flexible Winterdienstorganisation mit den Techniken FS 30 und FS 100 bundesweit etablieren. Dazu referierte Meteorologin Linda Noel vom Deutschen Wetterdienst Offenbach im Anschluss. Die Inhalte bezogen sich dabei auf die Unterthemen Definition der Straßenglätte, relevante Einflüsse, Entstehung der Glätte und Nutzung von Straßenwetterstationen für die Vorhersage.

Nächster Faktor, um die Glätteinformationen auch in die Praxis umzusetzen ist: die Eigenschaften der Straßenkonstruktion, Werkstoff, Umgebung, und Verkehrsdichte mit Hilfe von SWIS (Straßenwetter Informations-System) aktuell zu erstellen und zeitnah, quasi mit direktem Draht, an die entsprechenden Straßenmeistereien weiterzuleiten. Aktuelle Datenlage plus exakte Vorhersage sind heute schon in Deutschland auf sehr hohem Niveau. Trotzdem wird weiter geforscht, entwickelt und berechnet … der nächste Winter kann sich auf den Weg machen.

Bilder: Rainer Sturm – pixelio.de/Clipdealer.de