Formula E: Immer aufwärts – fünf Jahre lang

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Anfangs wurden die nur leise sirrenden E-Renner fast schon etwas mitleidig beäugt: Sie waren zwar flott unterwegs, aber eben nicht so flink wie Formel 1 und eines fehlt(e) bis heute – der kreischende Sound aufgeladener Turbomotoren. Daher wurden für diese Formel nahezu ausschließlich Stadtkurse gesucht. Und gefunden. Winklige Ecken, kurze schnelle Geraden…Gedränge und Geschlängel in Kehren und Kurven. Die ersten Fahrer waren entweder Aussortierte aus anderen Rennserien, wo sie nicht besonders erfolgreich agiert hatten oder eben Neulinge, die erstaunlich schnell mit den Akkurennern klar kamen.

Das alles hat sich gelegt: Das Engagement renommierter Autohersteller in jüngster Zeit bringt frischen Wind in die Szene. Nun auch Mercedes HWA, frisch aus der DTM implantiert mit den Fahrern Dany Juncadella und Pascal Wehrlein, die auch hier erstmal lernen müssen. Die altgediente Konkurrenz hat da einen Riesenvorsprung. Und Mercedes unterliegt auch hier den Gesetzen, die die Konkurrenz seit Jahren beherzigt. Nissan taucht auch wieder auf, hat seinen e.dams komplett überholt mit neuen Akkupaketen, neuem Getriebe und überarbeiteter Karosserie, die ein wenig an das GT-Langstreckenmodell erinnert. Sébastien Buemi aus der Schweiz, versierter Langstrecken-Spezialist, fährt für die Japaner und zeigte sich nach den ersten Testtagen auf dem Kurs Ricardo Tomo bei Valencia sehr angetan: Am ersten Tag lagen wir noch auf Platz 8 im Feld der Konkurrenten. Von Tag zu Tag konnten wir uns steigern und am letzten Testtag sprang dann sogar Rang 4 heraus. Nissans weltweiter Motorsport-Chef, Michael Carcamo, war nicht unzufrieden, meinte aber, sie haben viele Runden gedreht und somit tausende Punkte für weitere Analysen erarbeitet, die noch anstehen, bevor die sechste Runde international startet.

Hauptkonkurrenten 2018/2019 dürften wieder sein: Audi Abt Schaeffler, BMW, HWA Mercedes, Mahindra, Envision Virgin, Techeeta sein. Da auch neue Fahrer in die E-Serie gewechselt haben, dürfte die nächste Saison noch spannender werden, mit weiterhin erhöhter Akzeptanz. Die schnellsten in Valencia waren übrigens die BMW- Renner, und zwar an allen vier Tagen!

Text: Frank Nüssel
Fotos: Nissan