Dakar-Sensation: Peterhansel fährt wieder für X-raid-Team!

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Hatten wir noch gestern an gleicher Stelle darüber berichtet, wer bei wem die Marokko- Rallye bestreitet (und somit für die Dakar 2019 trainiert) und auf Carlos Sainz und Cyril Déprés als X-raid-Piloten auf dem MINI-Buggy hingewiesen, erfahren wir vor wenigen Minuten, dass diese beiden sehr erfahrenen Dakar- Experten (Sainz 2x als Autosieger, Désprés 5x als Motorradsieger) für die Peru- Dakar 2019 um einen weiteren Spitzenpiloten angereichert werden.

Stéphane Peterhansel, Wüstenkönig mit 13 Dakar- Siegen, ist ins Treburer Rallye-Team zurückgekehrt. Dieser Schritt war der am wenigstens zu erwartende, denn die Dakar-Legende war nach der Dakarschmach vor 4 Jahren, als er Nani Roma auf den letzten Kilometern aus Stallorder den Vortritt lassen musste, reichlich angesäuert auf Sven Quandt, seinen damaligen Teamchef und verließ die Treburer in gerechtem Zorn. Peterhansel stieg dann bei Peugeot ein, gewann ebenfalls in Südamerika, dann verließen die Franzosen nach ihrem letzten von drei Siegen die Wüstenszene (Carlos Sainz Januar 2018).

Etliche Spitzenpiloten saßen anschließend auf dem Trockenen, eben die vier Peugeot Werkspiloten Peterhansel, Sainz, Désprés und Loeb, der aber im Rallye-Cross angedockt hat inzwischen. Da im Prinzip nur noch zwei Werksrennställe die Dakar bestreiten und um den Gesamtsieg fahren, begann der Run auf die wenigen Plätze bei Toyota Gazoo und MINI. So hatte Teamchef Quandt beizeiten damit begonnen, den jüngsten Sprössling des Hauses, den MINI Buggy, weiter zu entwickeln und die durchaus vorhandenen guten Gene zu forcieren. Und so kam der ehedem vergraulte Ex-Mini-Fahrer Peterhansel(zwei Mal Sieger auf MINI) wieder ins Spiel. Gut, er war die allerletzte Alternative unter den Spitzenfahrern, aber bevor der Wüstenkönig ganz ohne Vertrag dahinsiechen sollte, machte Quandt ihm ein offensichtlich äußerst appetitliches Angebot (zumal Limo-Hersteller Red Bull auch mit großzügigen Etatmitteln mit eingestiegen ist).

Alle drei Fahrer, also Sainz, Désprés und Peterhansel hatten ausgiebig Zeit, sich bisher mit den für sie neuen Buggy- Einachsern anzufreunden. Peterhansel hatte ja schon nach der letzten Dakar geäußert, nicht für Toyota zu fahren, da ihm offensichtlich der große Hilux-Pickup nicht lag. Es wäre sicher nicht gerecht, Peterhansel als letztes Aufgebot zu bezeichnen, aber er war einfach der beste, der noch keinen Vertrag in der Tasche hatte.

Wie die beiden reiferen Semester Sainz und Peterhansel, die beide die 50 bereits geknackt haben, gegen ihren jüngeren Kollegen Désprés und die insgesamt jüngere Toyota Gazoo- Hilux-Dreier-Mannschaft aussehen, wird sich in exakt 3 Monaten zeigen. Erst mal freut sich jedenfalls das Treburer Team über den Fang mit der Dakar- Legende.

Text: Frank Nüssel/CineMot
Fotos: Red Bull Content Pool