Baja Poland 2018: Polnischer Doppelsieg

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Kein Cross-Country-Fahrer hat hier in Polen öfter und erfolgreicher zum Start geblasen als Krysztof Holowczic. Im Jahr 2015 zog er sich, weise und mit zahllosen Pokalen gesegnet, aus dem Cross Country-Geschäft zurück. Lange Jahre stand er in Diensten beim X-raid-Team von Sven Quandt. Dann bekamen andere Dinge in seinem Leben größere Wichtigkeit. Nun, da sein Landsmann Jakub (Kuba) Przygonski auf einem MINI JCW Rally den Jahreswettbewerb recht souverän anführt, entschied sich der Teamchef in Trebur, Holek, den Altmeister mit so vielen internationalen Siegen und Pokalen, als Geleitschutz für den Juniorpartner Przygonski einzusetzen. Und da das Starterfeld nicht gerade berauschend international hochwertig war, ging die Rechnung auf: Mit etwa 3 Minuten Vorsprung gewann der junge Pole vor dem alten, dem die Ruhezeit bislang aber keine Ermüdungserscheinungen zufügte. Beide MINI pflügten vor den nächsten erwähnenswerten Konkurrenten her. Der junge holte sich vier, der ältere drei Siege in den insgesamt sieben Wertungsprüfungen.

Ja, und die sogenannte Konkurrenz? Ex-X-raid-Mini-Pilot Vasilyev steuert nun einen von Overdrive präparierten Toyota Hilux mit V8-Triebwerk zum zweiten Mal in der Meisterschaft, seinen betagteren MINI All4 Racing hat er an einen Landsmann verkauft. Vasilyev sprang als Dritter noch mit aufs Podium. Martin Prokop trieb seinen FORD Raptor RS CC auf Platz 4 und Miroslav Zapletal seinen Ford F150 EVO auf Rang 5. Damit war der Club der nennenswerten Mitbewerber schon erschöpft. Aus den vermögenden Emiraten war keiner da. Ehedem starke Fahrer aus Russland, Ungarn und Italien glänzten ebenfalls durch Abwesenheit.

So trat X-raid quasi mit einem minimalistischen Aufgebot an, das mal wieder bewies, dass es derzeit in Europa keine ernsthaften Konkurrenten zu fürchten hat. Zudem geht eben auch schnell die Spannung raus, wenn aus Team building Team Order wird, denn, wenn ein MINI ausgefallen wäre, hätte auf jeden Fall der andere gewonnen.

Drei Veranstaltungen müssen noch gefahren werden – und es sieht sehr nach einem Jahressieg von Przygonski aus. Nur noch Vladimir Vasilyev hat da noch theoretische Chancen. Aber dann müsste der junge Pole ständig ausfallen…

Text Frank Nüssel
Fotos: Teams, Veranstalter