CD-Tipp – Diverse: Le Pop 9. Au début

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Die Chanson-Tradition in Frankreich muss man sicher nicht näher vorstellen. Die Künstlerin Pomme führt sie fort. Sie gehört zu den jungen Interpretinnen und Interpreten, die hier – nomen est omen – ihr Debüt auf einem Tonträger geben.

Freilich gehören zu diesem Debüt zahlreiche Musikrichtungen, die man nicht unbedingt mit unserem größten Nachbarland assoziiert. Diesen außerhalb Frankreichs eher unbekannten Stilen widmen sich Le Pop-Sampler seit dem Erstling von 2002. Der verblüffte seinerzeit mit Cocktail-Pop, Minimalismus und Indie-HipHop und R&B kommen.

Und heute, 18 Jahre später? Finden sich HipHop und Rhythm'n'Blues ebenso wie Sprechgesang und Autotune-Effekte. Ganz und gar ungewöhnlich ist ein Gedicht des Surrealisten Paul Elouard, das mit Afro-Beat hinterlegt wurde.

Eine der Debütantinnen, Laurie Darmont, ist Georges-Moustaki-Preisträgerin. Der hatte – bis in seine späte Schaffensphase hinein – über Jahrzehnte eine große Fangemeinde in Deutschland. Das gilt auch für andere Chansonniers. Andere Genres kamen zwar aus Frankreich hierher, aber nicht über Achtungserfolge hinaus. Erinnert sei an Sylvie Vartans Ein kleines Herz auf der Haut von 1977 und die – viel mutigere! – B-Seite Wie sie reden (blah, blah, blah). Die 16 Premieren auf Le Pop 9 – Au début sind geeignet, die Fangemeinde französischer Musik außerhalb des Vertrauten sehr zu erweitern.

Diverse: Le Pop 9. Au début. (Groove Attack)