Dakar 2019: Alles ist unsicher.

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Im Prinzip haben Fahrer und Rallyeteams nur noch 3 Monate, um die Fahrzeuge für den Südamerikaeinsatz vorzubereiten. Gegen Ende November/Anfang Dezember legen die Fähren für Tross und Teams nämlich von der Westeuropäischen Küste in Frankreich ab. Da die Marokko- Rallye wohl die letzte Chance bietet, alles auf Topp- Niveau zu bringen, wird es eben eng.

Derzeitiger Stand: Veranstalter ASO (Amaury Sport Organisation) hat zwar eine Zusage von beiden beteiligten Ministerien in Peru, das wird aber kaum den Ansprüchen genügen. Nun hat sogar das nördlich von Peru gelegene Ecuador angeboten, zumindest den Start und erste Prüfungen auf eigenem Landesterrain zu offerieren. Andere Alternative: Start in Peru und fast parallel zur Pazifikküste nach Süden, Chile. Chile aber benötigt dringend finanzielle Mittel, ist arm und durch Naturkatastrophen in den letzten Jahren arg gebeutelt. Ob unter diesen Umständen ASO mitspielt, darf bezweifelt werden, da ASO als Großveranstalter (u.a. auch Tour de France) auf Gewinnmaximierung gebürstet ist. Da müssen also in den nächsten beiden Wochen noch dicke Nägel mitgroßen Köpfen gemacht werden.

Auch das Fahrer-Karussell dreht sich bereits heftig, obwohl noch nichts fix ist. Die ehemaligen Peugeot-3008-DKR-Werksfahrer Peterhansel, Sainz, Loeb und Désprés haben mit den Franzosen keine Verträge mehr. Unter gewöhnlich bestens informierten Insidern kocht bereits die Gerüchteküche: Cyril Désprés soll mit X-raid in Verhandlungen stehen, Carlos Sainz mit Toyota (was eventuell heißen würde, dass de Villiers oder Al Attiyah nicht mehr für das Toyota Gazoo-Team im Einsatz wären). Peterhansel wird ebenfalls mit Toyota in Verbindung gebracht, er selbst aber äußert sich da eher ablehnend, da … der Hilux V8 für ihn ein total fremdes Fahrzeug sei. Loeb wird wohl im Rallye Cross weiter toben. Vom alten 2- und 4-Rad-Haudegen Carlos Sousa wird vernommen, dass er sich mit einem Buggy zurückmelden wolle.

Zudem wird spekuliert, dass auch Ex-Dakarsieger Luc Alphand, der sich schon mal auf den X-raid-Mini-Buggy eingeschossen hat und mit ihm bestens zurande kommt, sich mit Rückkehr- Gedanken angefreundet hat. Von deutscher Seite ist da wenig zu hören: Höchstens ein bis zwei private Teams (u.a. Schröder/Schröder auf einem Nissan Navara-Pickup) werden gehandelt. Wie weit die wenigen, aber starken Araber (Al Rahji, Al Qassimi, Al Attiyah) oder gar vermögende Chinesen mit der nächsten Dakar liebäugeln, ist ebenfalls noch unklar. Die verfügen aber stets über optimales Renngerät und die nötigen Mittel, schnell auch am anderen Ende der Welt aufzukreuzen.

In Bälde wird an dieser Stelle Handfesteres zu lesen sein …Text: Frank Nüssel/CineMotBilder: Teams