Tour de France: Was sich in 20 Jahren verändert hat

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In 20 Jahren Berichterstattung von der Tour de France hat sich vieles verändert. Das gilt nicht nur für die Währung, die damals in den betreffenden Ländern noch D-Mark, Franc, Franken oder Lire hieß. Mit Ausnahme der Eidgenossen haben sich jetzt alle Tour-Anrainer für den Euro entschieden, dank Internet sind auch so lästige Pflichtaufgaben vor dem Antritt der Dienstreise wie das Buchen von Hotels oder das Vereinbaren von Interview-Terminen sehr viel leichter geworden. Fluch und Segen liegen da manchmal sehr nahe beieinander.

Aber auch in Sachen Technik hat sich für uns als Begleiter der Tour vieles verändert. Die Räder sind mittlerweile High-Tech-Instrumente, es gibt Laufräder für Fluchtetappen, für die Berge, für Pflastersteine oder auch für die einzelnen Zeitfahren (Einzel oder in der Mannschaft). Zehntausende von Euro kostet mittlerweile so ein Superrad für die Besten der Besten, die in den Kampf um das „Gelbe Trikot“ eingreifen.

Auch für uns Journalisten hieß es, mit der Zeit zu gehen und viele neue Dinge im wahrsten Sinne des Wortes erfahren, die sich in der Autoindustrie getan haben. Da wir immer zu dritt unterwegs waren, mussten wir jedes Mal auf einen Kombi zurückgreifen, wobei immer wieder verschiedene Hersteller bereit waren, uns eines ihrer Produkte für die Dienstreise zur Tour de France zur Verfügung zu stellen.

Dass diese Kombis oder Sportwagons, wie sie mittlerweile bei vielen Herstellern heißen, immer individueller geworden sind, oft einen doppelten Laderaumboden haben, der gesamte Innenraum variabler gestaltet werden kann, das haben wir drei Kollegen, die immer eine „Arbeitsgruppe“ in Freundschaft bei der Tour gebildet haben, von Jahr zu Jahr mehr genossen. Denn es gilt nicht nur, Kleidung, Proviant, Laptops (zu Anfang sogar noch Schreibmaschinen!) mitzunehmen. Auch die Foto-Ausrüstung wurde immer umfangreicher. Laptops zum Herunterladen der Bilder waren zu Beginn in den späten 1998er-Jahren noch kein Thema, weil damals viele Kollegen auch noch analog gearbeitet haben.

Wohl am meisten aber hat sich in diesen beiden Dekaden seit meiner ersten Tour de France im Jahr 1998 die Antriebstechnik der Fahrzeuge verändert. Wir waren in der Regel mit Diesel-Fahrzeugen unterwegs, weil sich dieser Kraftstoff als der günstigste erwiesen hatte, wenn es galt, ein paar Tausend Kilometer innerhalb weniger Tage zurückzulegen. Aber wir hatten auch schon Benziner, mit denen wir „en route“ waren. Deutsche Hersteller waren genauso wie Importeure darunter.

Wie weit die Technik in Sachen Minimierung des Kraftstoffverbrauches und der ausgestoßenen Schadstoffemissionen mittlerweile gediehen ist, zeigt das Auto, das in diesem Jahr an der Reihe ist. Zum ersten Mal sind wir mit einem Fahrzeug mit elektrischer Unterstützung auf der Tour. Wenn uns das jemand vor 20 Jahren vorausgesagt hätte, den hätten wir für verrückt erklärt.

Der Kia Optima SW (Sportswagon) Hybrid ist ein Auto mit der Kraft der zwei Herzen. Kia fuhr im vergangenen Jahr auf dem Höhepunkt der Diesel-Debatte mit dem neuen Plug-In-Hybrid vor, sieht sich dabei auch in Konkurrenz zum elektrifizierten VW Passat. Für uns auf der Tour ist er ein Exot, für die Koreaner aber ein Fahrzeug mit immer größerer Bedeutung in einem heiß umkämpften Markt.

11,3 kWh Fassungsvermögen bietet die Lithium-Ionen-Polymerbatterie des Sportswagon, die Reichweite gibt Kia mit 62 Kilometern an.

Im Fahrverhalten unterscheidet sich der Plug-In-Hybrid kaum von einem Verbrenner-Kombi. Der Kia Optima SW Hybrid ist das, was man sich unter einem stattlichen Familienauto mit viel Laderaum vorstellt. Er ist nicht übermäßig sportlich gefedert, somit ein sehr gutes Langstrecken- und Reiseauto. Für unsere Zwecke in diesen Tagen ideal. Wenngleich der lautlose Antrieb doch immer wieder einige Passanten am Wegesrand in Erstaunen oder Schrecken versetzte.

Und mit knapp 42.000 Euro Einstiegspreis liegt der Koreaner deutlich unterhalb des Passat und hat zudem den Vorzug von sieben Jahren Garantie.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun