Formula E: Weltmeister kommen aus Deutschland

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Noch kämpft sich die elektrifizierte Formel 1 langsam, aber stetig nach oben in der Publikumsgunst. Doch die Schritte werden länger, die Zuschauer zahlreicher.

Es ist ein internationaler Wettbewerb, der auf der Nord- und der Südhälfte der Weltkugel jeweils etwa zur Hälfte nahezu ausschließlich auf Stadtkursen ausgetragen wird. Klar, denn die Rennfahrzeuge stoßen keine Abgasemissionen aus, sind also citytauglich. Und wer die Formel 1 der Verbrennungsmotoren auf den Stadtkursen von Baku oder Monaco gesehen hat, kann sich der Spannung einfach nicht entziehen.

Gut 10 Rennställe mit jeweils zwei Fahrzeugen nehmen am Wettbewerb teil. Die Serie läuft etwas antizyklisch zur Formel 1, d.h. sie startet im Spätherbst und endet im Hochsommer. Namhafte Firmen sind als Rennställe und als Komponenten- Lieferanten beteiligt. Auch Deutschland ist gut, richtig gut, vertreten.

Der Konkurrenz aus Venturi, Panasonic, Mahindra und den übrigen steht das Team von Audi-Abt-Schaeffler entgegen. Ihm ist es vor wenigen Tagen beim letzten Lauf in New York gelungen, dank eines Doppelsieges mit den Fahrern Daniel Abt und dem letztjährigen Weltmeister Luca di Grassi die aktuelle Team-Weltmeisterschaft einzufahren. Die Konkurrenz ist stark und Ex- Fahrer aus der Formel 1 und der DTM sowie aus anderen internationalen Wettbewerben bilden ein schwer einzunehmendes Bollwerk: Nelson Piquet jun., Nick Heidfeld, Sebastien Buemi beispielsweise. Umso wertvoller der Sieg.

Einzelsieger und Weltmeister wurde Jean- Eric Vergne, der aus der Formel 1 kam. In der kommenden Saison soll der Austausch der Akkupakete inmitten des Rennens entfallen, weil die E- Technologie inzwischen soweit fortgeschritten ist, dass die neue Akkugeneration für ein ganzes Rennen hält.

Die im Vergleich zur Formel 1 etwas skurril designten Fahrzeuge verdanken ihre Form vor allem den besonderen Antriebskomponenten und dem E- Antrieb. Da laut neuesten Statistiken der Formel 1-Betreiber das Interesse an den Verbrennern offensichtlich nachlässt, werden der Formel E umso günstigere Chancen für die Zukunft eingeräumt. Und wenn dann noch die großen TV-Anstalten mitziehen…

Text: Frank Nüssel
Fotos: Abt Schaeffler

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