70 Jahre Porsche: Eine Sternfahrt vereint Freunde und Bewunderer

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Der heutige Freitag ist ein Tag mit geschichtsträchtiger Anmutung in der Sportauto-Historie: Am 8. Juni des Jahres 1948 nämlich erhielt das erste Fahrzeug mit dem Namen Porsche seine Zulassung: Es war der 356 Nr. 1 Roadster.

Seitdem gilt der 8. Juni 1948 als die „Stunde Null“ des Hauses Porsche und dessen traditionsreicher Geschichte. Mit diesem Typ erfüllte sich Ferry Porsche in den Nachkriegswirren seinen frühen Traum vom sportlichen Fahren.Mit diesem Datum als Anlass und Würdigung zugleich machte sich am Mittwoch dieser Woche eine Sternfahrt, bestehend aus Mitgliedern von 16 deutschen Porsche-Clubs und Privatbesitzern aus dem Benelux-Raum auf, um vier Tage lang „auf der Achse“ das Porsche-Feeling von der Nordseeküste bis zum Porsche-Museum in Stuttgart am morgigen Samstag zu genießen.

Der Tross von rund 80 verschiedenen Modellen aus der gesamten Unternehmens-Geschichte des Sportwagen-Herstellers durchquerte Partien der niederländischen Tiefebene, passierte bei Aachen die deutsch-holländische Grenze und setzte dann seine Fahrt über Euskirchen, Trier, Pirmasens, Karlsruhe und Pforzheim fort. Am Samstagabend wird es im Porsche-Museum in Stuttgart zu einer riesengroßen Geburtstags-Party kommen.

Der Korso, der sich am Mittwochmorgen im niederländischen Vaals für vier Tage in Bewegung setzte, demonstrierte ein weiteres Mal die ungeheure Vielfalt der Modellpolitik von Porsche. Mit diesem Namen verbinden viele Automobil-Freunde immer noch in erster Linie das Modell 911, kurz gesagt, „den Elfer.“ Der 911, 1963 erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert, wurde inzwischen mehr als eine Million Mal gebaut. Aber nicht nur historische Ausgaben dieses Typs waren mit von der Partie. Der 914, einst der erste deutsche Mittelmotor-Sportwagen in der Zeit von 1969 bis 1975 gebaut, war genauso zu sehen wie ein 924 oder der 928, der einst als Nachfolger des „Elfers“ vorgesehen war.

Was vor allem abends zur sogenannten „blauen Stunde“ zu vielen lebhaften Benzin-Gesprächen zwischen den Besitzern der verschiedenen Modellen führte. Denn kaum einmal konnten Anhänger der Stuttgarter Sportwagen in ihrer Palette der Vielfältigkeit so unter sich sein wie in diesen vier Tagen und sich verbal „austoben“. Zwar waren – ähnlich wie bei den Fahrzeugen auch – die „Oldtimer“ bei den Fahrern in der Mehrzahl, aber auch viele jüngere Porsche-Liebhaber, die sich irgendwo einen günstigen Gebrauchten ergattert hatten, waren mit Herzblut dabei. In diesem Rahmen wurden zahlreiche Reparatur-Tipps ausgegeben, Ratschläge bei der Suche nach Ersatzteilen erteilt oder es wurden einfach nur interessante Anekdoten erzählt.

Im Mittelpunkt aller Gespräche aber stand immer der „Jubilar“, dessen 70. Geburtstag die Flanken aller Teilnehmer aller Teilnehmer zierte: „70 Jahre Porsche“ stand auf beiden Seiten zu lesen und kündete von der gemeinsamen Interessenslage und der Begeisterung der Insassen. Wo immer man durch kleinere Dörfer fuhr, ernteten die Sportwagen-Ikonen bewundernde Blicke, wurden Foto-Handys gezuckt oder einfach nur der Daumen als Zeichen der Zustimmung und geteilten Freude über das betreffende Fahrzeug nach oben gereckt. Wenn auch alle Teilnehmer, egal mit welchem Modell welchen Jahrgangs sie unterwegs waren, gleich waren, so gab es doch so etwas wie einen „Star“ unter den Fahrzeugen: Der Le-Mans-Sieger des Jahres 1971, von Helmut Marko und Gijs van Lennep, ein 917, fiel alleine schon wegen seines betont kurzen Radstandes, seines extrem sportlichen Charakters und des damaligen Le-Mans-brandings besonders auf.

Doch Le Mans hin oder her, Promi oder nur ganz normaler Besitzer eines günstigen Gebrauchten: In diesen vier Tagen bis am Samstag n Stuttgart in den „heiligen Hallen“ des Museums, sind alle nur eines: Porsche-Freunde und Bewunderer.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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