Buchtipp – Goldammer: Der Angstmann

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Beim Aufschlagen des Buches gibt's eine dicke Überraschung: Autor Frank Goldammer erklärt – vor seinem Foto mit, pardon, durchaus verwegenem Outfit – Leserinnen und Lesern, warum ihm dieses Buch besonders wichtig ist.

Und tatsächlich ist Der Angstmann auf dem Cover zwar als Kriminalroman ausgewiesen, jedoch keiner im klassischen Sinne. Goldammer, selbst Dresdner, lässt seinen Inspektor Max Heller im Elbflorenz 1945 ermitteln. In jenem Jahr also, dessen Februar für die traditionsreiche sächsische Stadt qua Bombenhagel den Untergang bedeutete. Wer in den 90ern dort war und die Bemühungen um den Wiederaufbau der Frauenkirche miterlebte, bekam eine leise Ahnung davon, was das seinerzeit bedeutete.

Was, glaubst du, macht der Krieg aus uns Menschen? Diese Frage stellt Goldammer vor seinen Roman. Im Mittelpunkt, neben den Menschen dieser Zeit und ihren aus heutiger Sicht fast unvorstellbaren Nöten, die Suche nach einem Mörder. Und die Frage, ob an den Gerüchten über ihn was dran ist, und wenn, ob er überhaupt noch lebt – oder selbst Opfer der Bomben geworden ist.

Mit der Verbindung aus einem bis heute nachwirkenden Ereignis aus der Geschichte und einer spannenden Handlung um einen Ermittler ist Frank Goldammer mit Der Angstmann ein Kriminalroman gelungen, der zugleich als Geschichtsbuch gelesen werden kann.

Frank Goldammer: Der Angstmann. Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv premium); 15,90 Euro.

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