Dakar 2017: X-raid mit 8 Teams

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Trotz manch spektakulären Fahrer-Abgangs ( Peterhansel, Al Attiyah, Nanni Roma, van Loon, Holowczyc, Novitskiy, Chicherit u.a.) in den letzten Jahren bietet das im hessischen Trebur ansässige X-raid-Team von Sven Quandt eine Phalanx von 8 Teams für die nächste Dakar auf.

Klare Speerspitze bilden dabei die bereits arrivierten Fahrer Hirvonen (Finnland), Al Rajhi (Saudi Arabien), Menzies (USA) und Terranova (Argentinien). Der Finne hatte bei seinem Debüt 2016 mit einem fulminanten 4. Platz aufhorchen lassen, Al Rajhi kommt mit einem ganzen Bündel an FIA-Cross-Country-Siegen und Topp-Platzierungen, Menzies war auf der arabischen Halbinsel im Weltcup bereits mit guten Platzierungen unterwegs und Terranova zählt im Quandt-Team zu den ganz Treuen aus alten guten Zeiten. Anlässlich des letzten Laufs zum FIA Weltcup, der Baja Portalegre hatte Teamchef Quandt zu einem originellen Teambuilding gerufen, bei dem die Anwesenden ganz andere als bislang ausgeführte Tätigkeiten zu verrichten hatten. So wurde der Senior im Team, Stephan Schott (64!), mit der Pressearbeit für die anwesenden Journalisten betraut, Quandt-Sohn Thomas schlüpfte in die Kochschürze. Allesamt mussten dann eine Pontonbrücke über einen Fluss bauen und selbst überschreiten, mit Kanus Material transportieren. Offensichtlich hatten alle ihre helle Freude daran. Ziel des Events war, die Teamgeschlossenheit zu fördern. Da wurde auch in Zelten übernachtet und die Nächte waren kurz. Alles für die Dakar im nächsten Januar.

Zu den vier genannten Topp-Piloten kommen noch: der Chilene Boris Garafulic, ebenfalls seit langen Jahren auf Mini Starter bei vielen internationalen Rallyes, so auch bei der Dakar. Er fährt mit Filipe Malmeiro aus Portugal, ein eingespieltes Team. Der junge Pole Przygonski wird ebenfalls einen Mini steuern, er kommt aus der Bike- Szene und gehörte schon einige Zeit zu den X-raid-Freelancern. Stephan Schott feiert seinen 9(!) Dakar-Start, ist bislang nur einmal ausgefallen (Unfall) und ansonsten jedes Mal in respektabler Wertung angekommen. Sein neuer Ansager ist der Portugiese Paulo Fiúza. Orlando (Orly) Terranova gehört zum Stamm-Potenzial beim Treburer Team, zählt zu den Versiertesten in der Cross Country-Fraktion, hat bereits viele Siege auf dem Subkontinent und in vielen Ländern gefeiert und hat den derzeit wohl versiertesten Co-Piloten, Andi Schulz, an Bord. Achter aus dem Quandt-Team ist der Qatari Mohamed Abu Issa, der 2014 auf einem Quad gefeierter Vierter bei der Südamerika-Dakar wurde. Er pilotierte auch schon den Testwagen aus der deutschen Rallyeschmiede namens CBRA, einen auf Mini-Basis aufgebauten Buggy mit Frontantrieb. Dieses Fahrzeug wird diesmal nicht bei der Dakar dabei sein, da haben wohl Entwicklungszeit und entsprechende Finanzen nicht ganz gereicht.

Hauptgegner für alle Mini werden mit Sicherheit die beiden Werks-Toyota Gazoo Hilux aus Südafrika mit de Villiers und Al Attiyah sein, die ihrerseits von einer ganzen Meute von weiteren privaten und semi-privaten Overdrive-Hilux eskortiert werden. Die hoch favorisierten neuen Peugeot 3008 DKR starten ja in der Klasse für einachsig angetriebene Buggys und dürften wohl am ehesten für einen Gesamtsieg in Frage kommen.

Text: Frank Nüssel /CineMot