Lufthansa Klassik: Familienautos im Motorsport

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Die 28. Lufthansa Klassikertage stellten heuer bei der traditionellen Sonderausstellung „Familienautos im Motorsport“ vor. Daneben trafen sich rund 2.000 Oldtimerfreunde mit unterschiedlichsten Fahrzeugen „ohne Voranmeldung oder Nenngeld“ in Hattersheim am Main.

Die veranstaltende scuderia LUFTHANSA classico e. V. entstand 1988 aus einer bereits 1961 gegründeten Privatrenngemeinschaft von Lufthansa-Angehörigen, die durchwegs auf Porsche – vom Super 90 über den legendären Carrera 1,6 bis zum 906 und dem 910 – erfolgreich waren. Heute zählen nicht nur Lufthanseaten zu den sLc-Mitgliedern. Ihre unterschiedlichsten Fahrzeuge kommen im historischen Motorsport ebenso zum Einsatz wie bei touristischen Ausfahrten.

Die für Teilnehmer und Zuschauer kostenlosen Klassikertage sind nur mit Unterstützung durch die Stadt Hattersheim und weitere Sponsoren möglich. Idee und Konzept stammen von p.o.t.M Detlef Krehl, der als anerkannter Oldtimer-Experte alljährlich seltene Prachtstücke für wechselnden Sonderausstellungen zusammenholt. Er moderiert auch die Ankunft der (vorab nicht bekannten) Oldies und stellt dabei jedes Fahrzeug qualifiziert vor.

Der nur 760 Kilogramm schwere Dacia 1100 S war baugleich mit dem in Lizenz von Renault in Rumänien gefertigten Renault 8. Nur 100 Stück der S-Version wurden produziert und das in Hattersheim gezeigte Exemplar ist ein dem Original weitestgehend entsprechender Wiederaufbau. Sein nur 38 kW/53 PS starker 1,1-Liter-Vierzylinder-Reihenmotor reichte für 145 km/h Höchstgeschwindigkeit und damit beherrschte er für einige Jahre die rumänische Motorsport-Szene.Das DKW F93 Sonderklasse Coupè „Großer 3=6“ von Rolf-Dieter Stohrer war in den 1960er Jahren mit einem Mantzel-Motor bestückt und im Motorsport erfolgreich. Heute erstrahlt das nur 860 Kilogramm schwere Fahrzeug nach 98.000 Kilometern Laufleistung immer noch im Erstlack. Neben der Rückrüstung auf den 27 kW/38 PS starken 0,9-Liter-Dreizylinder-Original-Zweitakter weist das Auto außer Tripmaster und Sinn-Uhren auch ein in den Seitenspiegel integriertes Außenthermometer und für Spikes vorbereitete Fulda-Winterreifen auf.

Der Opel Ascona 400 der Baureihe B war 1981 das Trainingsauto für Walter Röhrl und Christian Geistdörfer. Sein 2,4-Liter-Vierzylinder mit 16 Ventilen leistete 175 kW/240 PS und ermöglichte in Abhängigkeit von der Achsübersetzung bis zu 225 km/h Höchstgeschwindigkeit. Mit dem weitgehend identischen Wettbewerbsauto wurde das Team Röhrl/Geistdörfer 1982 bereits nach elf von zwölf WM-Läufen Rallye-Weltmeister und schaffte mit dem Hecktriebler gegen eine starke Allrad-Konkurrenz auch den 1. Platz bei der Rallye Elfenbeinküste.

Der Subaru Legacy RS mit permanentem Allradantrieb und mittels Turbolader 206 kW/286 PS starkem Zweiliter-Vierzylinder-Boxermotor wurde 1989 vom englischen Team Prodrive entsprechend des Gruppe-A-Reglements vorbereitet. Der Finne Markku Alèn verpasste dann mit einem vierten Platz 1990 bei der 1.000-Seen-Rallye das Podium nur knapp, während Colin McRae damit aber 1991 und 1992 die Britische Rallye-Meisterschaft gewann.

Text und Fotos: Karl Seiler