Erste Erfahrungen: Seat Ateca

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Mit dem neuen Ateca, der mit Front- oder Allradantrieb erhältlich ist, bringt Seat erstmals ein SUV auf den Markt. Die Spanier wollen in der Klasse der kompakten SUV die Karten neu mischen. Der Ateca soll Fahrzeugen wie dem erfolgreichen Nissan Qashqai das Leben schwerer machen. Das Zeug dazu hat er: In den vergangenen Wochen sind laut Hersteller bereits 5.000 Ateca-Bestellungen in Deutschland eingegangen. Im ersten vollen Verkaufsjahr 2017 erwartet Seat in Deutschland rund 20.000 Ateca-Verkäufe. Wendig, komfortabel, kletterfähig und mit kultivierten und sparsamen Motoren steht der Seat-SUV, der übrigens nach einer spanischen Stadt benannt wurde, ab dem 2. Juli zu Preisen ab 19.900 Euro bei den deutschen Händlern zum Verkauf parat.

Wie der neue VW Tiguan basiert auch der Seat Ateca auf der MQB-Konzernplattform, die so flexibel ist, dass große Längen- und Breitenunterschiede möglich sind. Der 4,36 Meter lange, 1,84 Meter breite und 1,60 Meter hohe Fünfsitzer ist nicht nur 13 Zentimeter kürzer als sein Konzernbruder, sondern auch um einige tausend Euro preisgünstiger. Der Spanier mit mediterraner DNA kommt optisch dynamisch daher. Ein selbstsicherer Blick spiegeln die Scheinwerfer wieder und die markanten LED-Tagfahrleuchten übernehmen gleichzeitig die Funktion des Blinkers. Ein nettes Gimmick ist, dass Welcome-Light. Sobald man die Türen entriegelt hat, erscheint ein Lichtspot unter dem Außenspiegel und der Namen des Fahrzeugs wird auf den Asphalt projiziert. Dank seines Radstandes von 2,64 Meter kann sich das Raumangebot – auch im Fond – für Personen und Gepäck sehen lassen. Neben fünf Personen passen mindestens 483 Liter (Frontantrieb: 510 Liter) hinter die große Heckklappe. Klappt man die Rücksitzlehnen um, lassen sich bis zu 1.579 Liter (1.604 Liter) auf einem ebenen Ladeboden verstauen. Ein doppelter Ladeboden ist serienmäßig immer dabei. Praktisch ist auch der Zugang zum Kofferraum – eine elektrische Heckklappe, die per Fußschwenk auf- und zugemacht werden kann. Außen wie innen ist der Ateca nicht nur schick, sondern auch praktisch. Das Cockpit ist Seat-typisch auf den Fahrer ausgerichtet, Ablagemöglichkeiten sind zu Hauf vorhanden und das Interieur ist klar gegliedert. Alle primären Bedienelemente sind leicht erreichbar angeordnet und die verarbeiteten Materialien vermitteln einen hochwertigen Eindruck.

Für den Vortrieb des Ateca, der mit Front- und Allradantrieb sowie Sechsgangschaltung und DSG-Getriebe zu haben ist, stehen zwei Turbo-Benziner und drei Turbodieselaggregate zur Wahl, die zwischen 85 kW/115 PS und 140 kW/190 PS leisten. Der Basis-Ateca mit einem 1,0-Liter-Dreizylinder, der 115 PS leistet, ist erst ab Ende des Jahres verfügbar und kostet ab 19.900 Euro, ebenso wie der 1,6-Liter-Basis-Diesel (115 PS), der ab 23.190 Euro zu haben ist. Für erste Testfahrten rund um Barcelona stand der 1,4-Liter TSI mit 150 PS und Frontantrieb zur Verfügung, der ab 24.700 Euro zu haben ist. Mit Allrad kostet er 1.850 Euro mehr und für ein Siebengang-DSG-Getriebe müssen nochmals 1.800 Euro drauf gelegt werden. Der kultivierte und leise Turbobenziner erreicht sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter zwischen 1.500 und 3.500 Umdrehungen. In 8,5 Sekunden bringt er den frontgetriebenen SUV auf Tempo 100, kapituliert erst bei 201 km/h vor den vereinten Fahrtwiderständen und konsumiert dabei laut Hersteller 5,3 Liter Super. Unser Testverbrauch durch das bergige Umland von Barcelona lag um drei Liter höher. Die Sechsgangschaltung lässt sich leicht und präzise schalten und die präzise Lenkung gibt genügend Rückmeldung. Erwähnenswert noch der Driving Experience Button: Er erlaubt die Einstellung Normal, Sport, Eco und Individual. Bei den Allradmodellen kommen außerdem noch die Funktionen Schnee und Offroad dazu. Gut gefallen hat der 150 PS starke Zweiliter-Turbodiesel mit Allradantrieb, der sein Drehmoment-Bestwert von 340 Nm zwischen 3.500 und 4000 min-1 erreicht. Der leichtfüßige 4×4-Diesel steht ab 29.400 Euro in der Preisliste und konsumiert 5 Liter laut Datenblatt. Sein Sprint aus dem Stand dauert 8,6 Sekunden und seine Spitzengeschwindigkeit wird mit 196 km/h angegeben. Der Ateca zeigt auch in schnellen Kurven keine Schwäche und Fahrbahnunebenheiten sind kein Problem für ihn. Der in den Ausstattungsversionen Ecomotive, Style und Xcellence erhältliche Ateca ist mit seiner erhöhten Sitzposition ein guter Wegbegleiter auch abseits der Asphaltpiste. Zudem gibt es innovative Technologien und Features – teilweise optional – wie beispielsweise Stauassistent, adaptive Geschwindigkeitsanpassung mit Notbremsfunktion, die City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung, Überwachung des Toten Winkels, Verkehrszeichenerkennung, Warnung vor Querverkehr beim Rückwärtsausparken, Parkassistent, der längs und quer automatisch einparkt, ein Notfall-Assistent, der bei einem Ausfall des Fahrers das Fahrzeug in der Spur abbremst und ein Fernlichtassistent.

Mit dem Ateca ist die Produktoffensive von Seat noch nicht vorbei. Im nächsten Jahr kommt noch ein Crossover, der im Kleinwagen-Segment angesiedelt ist.

Text: Ute Kernbach
Fotos: Seat