CD-Tipp – David Crosby: Croz

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Käme der Mann anno 2014 unter die ersten Drei einer Castingshow? Vermutlich würde Dieter Bohlen, dessen 60ster aktuell ein Medienthema ist, sich erst mal über den Schnauzbart mokieren, der den Interpreten ziert und auf dem Cover der neuen CD mit als erstes auffällt. Die Frage ist müßig, denn David Crosby muss kein Superstar mehr werden. Er ist schon einer. Nicht erst seit wenigen Jahren.

Trotzdem reibt man sich die Augen: Ist er's wirklich? Immerhin liegt seine letzte Soloveröffentlichung über 20 Jahre zurück. Was nichts daran ändert, dass er keineswegs in Vergessenheit geriet. Zu gut ist er in Erinnerung – als Solist, als Teil der Byrds, und natürlich als Teil von Crosby, Stills, Nash & Young.

Und mit Croz macht er's tatsächlich so, wie es der frühere Bandkollege Neil Young seit Jahren tut. Gelegentlich auftauchen, um ein ausgereiftes Album zu produzieren, mit dem man sich nichts mehr beweisen muss. Das gilt auch für die 11 Titel von Croz. Mal klingt er richtig knödelig, so, dass die Stimme zu dem etwas grimmigen Blick auf dem Cover passt. Manche Songs gehen sofort ins Ohr, bei anderen registriert man eine angenehme, ruhige Melancholie. Elf neue Songs in einer schönen stilistischen Bandbreite. Und gewissermaßen ist Croz ein Familienprojekt mit Beteiligung geschätzter Kollegen. Neben Raymond (David Crosbys Sohn) geben Wynton Marsalis (Holding On To Nothing), Mark Knopfler (What’s Broken), Leland Sklar (Find A Heart) und Steve Tavaglione (Morning Falling, Find A Heart) ein Gastspiel. Übrigens: Im August wird David Crosby 73. Man hört's nicht …

David Crosby: Croz (Rykodisc)

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