Erste Erfahrungen: Seat Leon ST (2014)

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Früher fuhr man Kombi und dieser Begriff war ja schon lange eine quasi saloppe Abkürzung für die sperrige Beschreibung Kombinationskraftwagen. Heute heißen Kombis Variant, Avant, Grandtour, Touring, Sportwagon, ST und und und. Keine andere Fahrzeuggattung hat eine solche Metamorphose durchlaufen wie die ehemaligen Lastenträger unter den Pkw. Nach der Einführung der neuen Leon-Generation Ende letzten Jahres als Fünf- und dann als Dreitürer gesellt sich jetzt die Kombi-Variante dazu. Technisch entspricht der Leon ST den bereits bekannten Karosserievarianten. Die Leon ST Preise liegen um 1.150 Euro über denen der fünftürigen Fließheckvariante und beginnen bei 16.640 Euro. Damit hat Seat in der heiß umkämpften Kompaktklasse auch einen Lademeister im Angebot. „Niemand muss sich mehr zwischen sportlich und praktisch entscheiden. Der neue Leon ST bietet beides“, so Seat S.A. Vorstandsvorsitzender Jürgen Stackmann. Seat erwartet innerhalb der Leon-Familie hierzulande einen Kombianteil von 25 Prozent.

Der neue Leon ST basiert – wie die Schrägheckvarianten und der Golf – auf dem modularen Querbaukasten von VW und seine Markteinführung in Deutschland ist am ab 23. November beim deutschen Handel. Äußerlich unterscheidet sich der mediterrane Lademeister vom Fünftürer (4,26 Meter) durch die längere Karosserie mit 4,53 Meter und einer Dachreling und strahlt Dynamik, Agilität und Funktionalität aus. Insgesamt bietet der 27 Zentimeter längere Kombi bei gleichem Radstand wie der Fünftürer (2,63 Meter) reichlich Platz auf allen fünf Sitzen. Hinter die große Heckklappe passen 587 Liter Gepäck, durch Umklappen der 40:60 geteilten Rückbank kann das Ladevolumen auf 1.470 Liter maximiert werden. Die Sitzlehnen lassen sich schnell und einfach über einen Hebel vom Gepäckraum aus bestätigen und fallen in die Waagerechte. Der Ladeboden ist komplett eben und die Ladekante mit 65 Zentimeter schön niedrig. Praktisch auch der doppelte Ladeboden. Äußerlich kommt der muskulöse Spanier mit klaren Linien und kurzen Überhängen daher und wiegt in der Basisversion lediglich 1.233 Kilogramm, damit ist er nur 45 Kilo schwerer als der Fünftürer. Der Innenraum macht einen guten Eindruck und die Verarbeitungsqualität lässt keine Ungenauigkeiten erkennen.

Beim Leon ST stehen – wie in den anderen Karosserieversionen – vier Ausstattungsvarianten (Basis, Reference, Style und FR) und zehn Motorisierungen zur Wahl Für den Vortrieb sorgen fünf Benziner und fünf Selbstzünder in den Leistungsstufen von 63 kW/86 PS bis 135 kW/184 PS. Die Normverbrauchswerte liegen zwischen 4,9 bis 5,9 Liter bei den Benzinern und die Dieselaggregate benötigen zwischen 3,8 und 4,6 Liter pro 100 Kilometer. Auf Testfahrt rund um Barcelona stand uns der 1,4 TSI FR Leon ST zur Verfügung, der 103 kW/140 PS leistet und sein maximales Drehmoment von 200 Nm zwischen 1400 und 4000 Umdrehungen erreicht. Sein Durst hält sich dabei im Schnitt mit 5,3 Litern in Grenzen. Den Spurt von Null auf Tempo 100 meistert er in 8,4 Sekunden und erreicht eine Spitze von 211 km/h. Der 1,4-Liter-Kombi in der FR Ausstattung kostet ab 23.970 Euro. Der Spanier liegt satt und stabil auf der Straße und lässt sich Dank der direkten Lenkung wieselflink durch Kurven lenken. Die Kraft wird serienmäßig über eine gut zu schaltendes Sechsganggetriebe auf die Vorderräder gebracht.

Ab der zweiten Ausstattungsstufe Reference sind nützliche Dinge wie u. a. geteilte Rücksitzlehnen, ein Audiosystem und Klimaanlage serienmäßig an Bord. Für die oberen Ausstattungsversionen Style und FR bietet Seat umfangreiche Sonderausstattungen wie adaptiven Tempomat, Front Kamera oder City Notbremsassistenten an.

Die Preispalette für den neuen Leon ST beginnt bei den Benzinern bei 16.640 Euro für den 1,2 TSI und endet beim 1,8 TSI FR mit Siebengang-Doppelungskupplungsgetriebe mit 27.270 Euro. Die Einstieg in die Dieselwelt ist ab 19.600 Euro für den 1,6 TDI realisierbar und geht bis hin zu 30.190 für den 2,0 TDI FR mit 6-Gang-DSG.

Text: Ute Kernbach
Fotos: Ute Kernbach
Seat

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