Erste Erfahrungen: Alfa Romeo Mito 2014

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Alfa Romeo ist nicht irgend eine Fahrzeugmarke, sondern der Stolz einer Region, einer Nation. Fahrzeuge der sportlichen Tochter des Fiat-Konzerns sind mitunter wie eine Blech gewordene Poesie auf Rädern: Alfa-Freunde, kurz „Alfisti (im Plural) genannt, sahen demzufolge auch über manchen technischen Mangel im Laufe eines mittlerweile 103-jährigen Firmenjubiläums hinweg: Denn wer liebt, der muss auch leiden können. Alfa Romeo, produziert Fahrzeuge, bei deren Anblick man förmlich dahin schmelzen kann. Dass da mitunter auch in etlichen Jahrzehnten ein paar ganz profane „Nebensächlichkeiten“, wie mangelnde technische Zuverlässigkeit, oder wirtschaftliche Turbulenzen den emotionalen Vulkanausbruch empfindlichen störten: “Mammi mia, nessun problema“ – „Kein Problem.“

Seit 1986 gehört Alfa Romeo zum Fiat-Konzern, an der betörend schönen Anmut der Fahrzeuge hat sich seitdem nichts geändert. Doch Alfa will nicht nur als Blechkleid-Diva, nicht nur als Catwalk-Marke, sondern auch als zuverlässiger Partner im automobilen Alltag gelten und macht in dieser Hinsicht seit etlichen Jahren gewaltige Anstrengungen. Und das, ohne dabei die eigene Identität verleugnen zu wollen oder zu dürfen. Jetzt hat Alfa den MiTo, ein Kompaktfahrzeug, dessen Kunstname aus den beiden ersten Buchstaben der Städte Milano und Torino besteht, für das Modelljahr 2014 erheblich aufgewertet.Optisch ist der Alfa Romeo MiTo 2014 an seinem modifizierten Kühlergrill, dem „Scudetto, mit einer neuer Chromeinfassung und den sportlich abgedunkelten Scheinwerfern zu erkennen. Der MiTo, der sich mit Konkurrenten wie dem Citroën DS3 oder dem Mini misst, soll aber auch weiterhin in optischer Hinsicht punkten. Im Interieur hat man dem Kleinen daher frischere Farben, etwas mehr Pep, neue Sitzbezüge sowie Armaturen- und Tür-Applikationen spendiert. Auch das neue Navigationssystem wurde aufgehübscht und überarbeitet. So gibt es zahlreiche Zusatzfunktionen für das Infotainment, was vor allem bei der Zielgruppe der jüngeren Käufer immer mehr ein Argument ist. Eine aufwändigere Grafik des Bildschirms und eine einfachere Bedienung sollen dem MiTo mehr Alltagstauglichkeit implizieren.

Genau so wichtig ist aber auch die Novellierung unter der Haube: Denn der 0.9 TwinAir-Motor mit 105 PS ersetzt sowohl den bisherigen 1.4 MultiAir mit 105 PS wie auch den gewohnten 0.9 TwinAir mit 85 PS. Das aus dem „Cinquecento“ bekannte Aggregat, ein Zweizylinder-Turbo-Benziner, ist akustisch ein „kleiner Nick Knatterton“, aber durchaus kräftig im Anzug und verleiht dem Fahrzeug damit auch ein Alleinstellungsmerkmal in diesem Segment. Mit einem Drehmoment von 145 Nm reißt man zwar keine Bäume aus, aber man kommt immerhin in 11,4 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht maximal 185 km/h Höchstgeschwindigkeit. Und das sollte für ein Fahrzeug dieser Größenordnung ausreichen. Den Verbrauch des neuen Antriebsaggregates gibt Alfa Romeo mit 4,2 Liter auf 100 Kilometer an.

Die Preisliste für den Alfa Romeo MiTo beginnt jetzt bei 14.100 Euro für den 70-PS-Benziner. Am oberen Ende der Leistungsskala residiert ein 170 PS starker Benziner für 21.800 Euro. Weitere Alltriebs-Alternativen sind zwei Diesel mit 85 und 120 PS. In Verbindung mit dem bekannten verführerischen Design der Marke bereichert der aufgewertete Alfa Romeo MiTo das Kleinwagen-Segment auf sehr ansprechende Art und Weise. Und das in einem Jahr, in dem die traditionsreiche Marke auch noch den 90. Geburtstag des berühmten Alfa-Kleeblatts, des „quadrifoglio verde, feiern kann.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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