CD-Tipp – 100 Songs, die die Welt bewegten

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Zugegeben: Der Albumtitel klingt optimistisch, um nicht zu sagen: reißerisch. Kann populäre Musik überhaupt sowas tun? Aber die CD zur VOX-Dokumentation hält, was dieser Titel verspricht. Die Songs von Elvis Presley bis Gossip haben tatsächlich, jeder für sich, die Welt bewegt.

Zum Beispiel: Der junge Mann, der da – nach seinem Hüftschwung Elvis the pelivs (das Becken) genannt wurde, versetzte Teenager in Entzücken und ihre Eltern ins Entsetzen. Dieser Krach! Diese rebellische Attitüde! Und dann diese erkennbar auf körperliche Attraktion zielenden Bewegungen! Shocking – in den gesitteten Fünfzigern. Oder: Serge Gainsbourg und Jane Birkin! Deren Je t'aime landete seinerzeit bei manchen Radiostationen kurzerhand auf dem Index.

Ok, bei den beiden machten die ersten Takte deutlich, warum. Andere Songs zeigen erst später ihre Bedeutung als Zeitzeugen. Da sei nur California Dreamin' von den Mamas & Papas genannt, aber auch Blowin' In The Wind, dessen Schöpfer Bob Dylan jüngst wieder als Anwärter auf den Literaturnobelpreis in die Schlagzeilen kam. Aber auch Udo Lindenberg. Dessen Sonderzug nach Pankow hat seinerzeit ja schon die Nachwirkungen eines Kalten Krieges durchfahren – mit Erfolg! Obwohl doch damals schon von Entspannung die Rede war – und die deutsch-deutsche Wiedervereinigung nicht mehr lange auf sich warten ließ.

Man muss aber nun nicht jeden einzelnen dieser Titel auf seine Weltgeltung überprüfen. Obwohl man es könnte. Genau so spannend ist es, sich beim Lesen der Titelliste an eigene Erfahrungen zu erinnern: Das war doch damals, als … ich meinen ersten Liebeskummer hatte. Und dachte, das überleb ich nicht. Oder: Mit dem Song hab ich mich über die Dauer-Fünf in Mathe getröstet. In einem Repertoire, das von den frühen Fünfzigern bis in unsere Tage hinein reicht, also fast sechzig Jahre Rockgeschichte umspannt, ist es unmöglich, keinen solchen persönlichen Favoriten zu finden.

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