Rallye Marokko: Test für die Dakar 2014

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Sie zählte einmal bis vor wenigen Jahren zum FIA Worldcup, hat aber auch ohne das Prädikat nichts von ihrem Reiz und ihren Ansprüchen verloren. Von den meisten Teams unter den Weltbesten wird die Marokko genutzt, um technische Weiterentwicklungen und Setups für die Saison 2014 zu testen und noch letzte Optimierungen einzubringen.

Neben dem deutschen Mini/BMW-X-raid-Team, das mit 6 Fahrzeugen antreten wird, lässt ein weiteres Team aus deutschen Landen aufhorchen: das HS-Team (Hamburger Software) mit dem siebenfachen deutschen Rallyemeister Matthias Kahle am Lenkrad und Dr. Thomas Schünemann auf dem heißen Sitz. Bei der Dakar 2013 in Südamerika hatte das reine Privatteam einen ausgezeichneten 13. Gesamtrang belegt.

Nun startet man in Marokko mit dem SAM 30D-CC, der in den letzten Monaten weiter entwickelt wurde. Sven Knorr, Chef von SAM (Sächsische Automobil Manufaktur) dazu: Der größte Schritt nach vorne ist die neue Motorelektronik von Bosch. Dadurch haben wir die Motorleistung um 8 Prozent gesteigert und die Fahrbarkeit des Motors verbessert. Das nutzbare Drehzahlband ist jetzt deutlich breiter (gut 720 Newtonmeter) als vorher. Basistriebwerk ist der V6-Turbodiesel (Single-Turbo) mit 3 Litern Hubraum von Mercedes, dessen Leistung gut 300 PS beträgt. Tankinhalt: 400 Liter Diesel. Der Allradantrieb setzt diese Leistung über ein manuelles SADEV- 6-Gang-Renngetriebe entsprechend in Vortrieb um. Es gibt noch weitere Neuerungen: ein elektronisches Frühwarnsystem im Cockpit, das alle Temperaturen, Drücke und Sensoren überwacht und allfällige Störungen direkt an das Fahrerteam meldet. So können teure Folgeschäden vermieden werden.

Die Marokko-Rallye startet am 14. Oktober unweit von Zagora und endet am 19. Oktober bei Erfoud am südlichen Atlas-Rand nach 2.051 Kilometern. Davon sind 1.517 Kilometer reine Wertungsprüfungen, die Verbindungsetappen folglich recht kurz. Da sich so ziemlich alle der Weltbesten in Marokko angemeldet haben, ist der Ausgang sehr ungewiss.

Und, dass sich das HS-Team mit dem 13. Platz der letzten Dakar Rallye zufrieden geben wird, darf im Falle, dass es dort auch 2014 startet, bezweifelt werden: die SAM-Mannen sind bestens vorbereitet.

Text: Frank NüsselFotos: HS-Team

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