Test-Tour: Geiger Camaro LS9

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Karl Geiger, US-Cars-Importeur seit über 30 Jahren in München, hat klare Vorstellungen zum Thema Motoren-Leistung. Nun hat er erneut zugeschlagen. Mit deutlicher Ansage an die Speed-Fraktion unter den Automobilisten, die zwar überschaubar, aber auch stark beseelt ist von Begriffen wie Leistung, Drehmoment und End-Geschwindigkeit und als ausgesprochen Technik-affin gilt.

Diesmal hat er sich den bereits im Serien-Trimm nicht gerade schwächelnden Chevrolet Camaro ZL1 vorgenommen. Ihm haben die Techniker aus München nochmals richtig Beine gemacht, was schon was heißt, wenn man dem V8-Ballermann per mechanischem Kompressor und anderen Tuning-Delikatessen insgesamt 780 Pferdestärken (wie etwa in der F1) entlockt. 6,2 Liter Hubraum waren eine gute Basis, auch dem Drehmoment nochmals kräftig auf die Sprünge zu helfen: 984 Newtonmeter, die über ein manuelles 6-Ganggetriebe auf die Hinterachse losgelassen werden. Dass die Endgeschwindigkeit erst bei 338 km/h liegt, bedarf natürlich weiterer technischer Maßnahmen, nach dem klassischen Ingenieurs- Motto Ein Fahrzeug ist nur so gut, wie sein Fahrwerk schnell ist. Doch erstmal zum Triebwerk (dieser Begriff wird korrekterweise nur Flugzeugen und Raketen zuerkannt). Nicht unbedingt Hightech mit viel Elektronik und Digitalkram, sondern eher klassische Tuning-Maßnahmen rund um den Motor praktizierten die Ingenieure aus der bayerischen Landeshauptstadt: großer Ladeluftkühler für den mechanischen Kompressor, denn nur kalte sauerstoffreiche Luft bringt zusätzliche Kraft in die Brennräume. Leichte Erhöhung des Ladedrucks, geschmiedete Hochleistungskolben, erhöhte Präzision und Feinwuchtung von Nockenwelle und Kurbelwelle sind die flankierenden Maßnahmen, die somit ein insgesamt sehr stimmiges Leistungspotenzial erbringen. Doch Leistung muss auch sicher, stabil und schnell auf die Straße gebracht werden. Dafür sorgt ein umfangreiches Paket an Fahrwerksmodifikationen, das außer Rennbremsen noch ein komplettes KW-Fahrwerk bietet mit verstellbaren Stützlagern, Rennstabis und einer verstärkten Hinterachse. Neben der hochwertigen Bremsanlage sind überbreite Pneus der Dimension 285 (vorne) und 355 (hinten) dafür verantwortlich, dass Be- und Entschleunigungs-Prozesse allzeit schnell und punktgenau erfolgen.
Die ins Auge gefasste Geiger-Klientel wird's freuen. Dass nebenbei der Vorderbau noch modifiziert wurde und breite Backen den Walzen mehr Raum bieten, eine Sonderlackierung außen, wie auch feinste Materialien im Innenraum offeriert werden, gehört zum guten Ton im Hause.

Der US-amerikanische Sportbrocken signalisiert bereits im Stand seine Attacke auf das bisherige Überauto, den Bugatti Veyron. Nur der kostet über eine Million Euro, während der Geiger Camaro LS9 zum Fast-Schnäppchenpreis von 189.000 Euro geordert werden kann. Allerdings ausschließlich von Zeitgenossen, die soviel Leistung auch verantwortungsbewusst einsetzen und beherrschen können.Remember: Big boys need big toys

Text: Frank Nüssel/CineMot
Fotos: Ralf Schütze

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