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Golf-Jäger, Aufräumer in der Kompaktklasse, Hoffnungsträger! Man hat nicht gegeizt mit mehr oder weniger griffigen Bezeichnungen für Peugeots Neuen, genauer: den neuen 308. Der Chef von Peugeot in Deutschland, Marcel de Rycker, hat das eher etwas pragmatischer formuliert. Er nennt den neuen Löwen ein kühnes, modernes und ansprechendes Automobil, mit klarem Design auf das Wesentliche konzentriert. Stimmt! Und wenn man weiß, dass Peugeot vom Vorgänger 307 insgesamt 4,2 Millionen Einheiten verkauft hat, kann man auch ahnen, wie hoch die Latte für den Neuen liegt.

Nähert man sich dem Fahrzeug von der Seite, fällt schon die Ähnlichkeit der Linie mit dem … auf. Aber wir wollten ja keine Vergleiche mehr bemühen. Also zu den Fakten. Gerade mal 4,25 Meter lang ist der 308, in der Kürze liegt die Würze. Auf Designspielereien wurde verzichtet, die Form ist klar und funktional. Downsizing heißt das Gebot der Stunde, Gewicht und Maße wurden weiter reduziert. 1280 Kilo bringt die Basisvariante auf die Waage. Radstand und Spurbreite haben dagegen zugelegt. Hier kommt die neue Plattform mit dem schönen Namen EMP2 zum Tragen. Sie macht, unter anderem, die Verwendung von zwei neuen Achsen möglich, im Heck mit einem elastisch verformbaren Querträger, vorne McPherson. Soweit die Theorie.

In der Praxis machen sich diese technischen Schmankerl durch eine ausgesprochen knackige Fahreigenschaft bemerkbar. Der erste Fahreindruck vermittelt guten Kontakt zur Straße, straff abgestimmt hat man auch in den schneller durchfahrenen Kurven ein gutes Gefühl. Das Auto reagiert prompt auf die Lenkbewegungen, trotz des kleinen, vom 208 her bekannten Lenkrads. An das man sich übrigens sehr schnell gewöhnt, zumal man über das Lenkrad eine gute Sicht auf die Armaturen hat.

So klar geformt wie die Außenhaut ist auch der Innenraum. Alles ist an seinem Platz, man findet sich schnell zurecht. Die Insassen brauchen auch keine Muskelzerrungen wegen akuten Platzmangels zu fürchten – wir erinnern uns an die positiven Einflüsse der Plattform EMP2 auf das Platzangebot. Auch der Kofferraum ist auf 420 Liter gewachsen. Also, der Transport größerer Lasten ist möglich. Wären noch Ösen zum Verzurren der Ladung vorhanden … aber die fehlen. Leider.

Die Motorenpalette startet mit einem 1,2 Liter Dreizylinder mit 60 kW/82 PS Fünfgangschaltung, es folgen zwei 1,6 Liter-Triebwerke mit 92 kW/125 PS oder 115 kW/156 PS, beide mit Sechsgang-Schaltgetriebe. Die Dieselmotoren mit 1,6 Liter Hubraum leisten 68 kW/92 PS (Fünfgang) oder 85 kW/115 PS (Sechsgang). Beide Dieselmotoren sind in die höchstmögliche Energieeffizienzklasse A+ eingeordnet. Sechs weitere Motoren kündigt Peugeot für das Modell 308 im Jahre 2014. Mit dabei sein werden dann auch neue Dreizylinder-Turbomotoren und neue, so genannte BlueHDI-Dieselaggregate mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum. Alle erfüllen die ab September 2014 geltenden Abgasnorm EU6.

Mit technischen Zugaben ist der neue Peugeot 308 gut ausgestattet. Die gängigen Einrichtungen zur passiven und aktiven Sicherheit sind selbstverständlich vollständig an Bord. Auch bei der Beleuchtung hat man nicht gegeizt. Modernstes Full-LED-Licht beleuchtet die Fahrbahn. Klimaautomatik, Tempomat mit Begrenzer und elektrische und beheizte Außenspiegel sind schon in der Basisvariante an Bord. Mehr Ausstattung gibt es je nach Modellvariante, ab dem nächsten Jahr auch ein Fahrassistent als Option. Auch bei Peugeot geht heute nichts mehr ohne Applikationen, kurz Apps. Erwähnt sei hier die App Coyote, nett umschrieben als Warner vor Gefahren- und Risikozonen. Letzteres meint: Die App ist ein Radarwarner, in Deutschland deaktiviert, denn das will der Gesetzgeber so. So ist's halt! Bedient werden die Apps, wie auch etwa die Klimaanlage, Navi und Telefon, vom zentralen Display in der Mittelkonsole – mit einer Bildschirmdiagonalen von stolzen 25 Zentimeter in jedem Fall ein Hauch von Luxus.

Haben wir über alles geschrieben? Natürlich – der Preis ist noch zu nennen. Wenn am morgigen Samstag der neue 308 bei den Peugeot-Händlern steht, ruft der für die Einstiegsvariante 308 Access mit 60 kW-Benziner und fünf Türen 16.450 Euro auf. Das vorläufige obere Ende der Preisskala stellt der 308 Allure mit dem 85 kW-Diesel dar – er kostet 24.600 Euro.

Text: Hans-Georg Marmit
Fotos: Peugeot

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