IAA 2013: Blick auf die Resonanzen

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Satte 150 Weltpremieren versprachen die Messemacher zur diesjährigen IAA, dazu über 1000 Aussteller aus über 30 Ländern. Klingt gut, ist aber nur halb so schlimm, da zahlreiche Weltpremieren sich als schlichte Facelifting- Aktionen erwiesen. Auf der Suche nach möglichen Highlights sollte unbedingt der BMW i3 als reines E-Mobil genannt werden: mit eigenwilliger, dennoch BMW-typischer Karosseriezeichnung und einer Reichweite von 150 Kilometern. VW stellt den e-Golf vor, designbezogen nicht gerade eine Offenbarung, aber mit einer Reichweite von 190 Kilometern. VW's kleinster Stromer, der e-up!, schafft beachtliche 160 Kilometer. Alles natürlich Werksangaben, denen nur beschränktes Vertrauen geschenkt werden sollte, ebenso wie bei den Verbrauchsangaben der Verbrennungsmotoren. Aber das sind dennoch Fortschritte, die es zu würdigen gilt. Zumal einige dieser Stromer die Chance beim Akku packten und live zwischen den Messehallen herumwuselten. Betrachtet man allerdings den US-amerikanischen Elektro- Pionier TESLA, dessen schicker Sportwagen mit reinem E- Antrieb gar 500 Kilometer packt, sind die Fortschritte der deutschen und anderen E-Hersteller eher zu relativieren.Trotz des Elektro- und Hybrid- Hypes in den heiligen Hallen sollte auch die Verbrenner- Fraktion nicht ganz in die Ecke geschoben werden. Und die hat ebenfalls ihr kleines Highlight: in Form des Hyundai i10, einem schnuckeligen Kleinstwagen aus dem A-Segment, der im Designzentrum in Rüsselsheim entwickelt wurde. Wie man erfährt speziell für den europäischen Markt. Gut, er wird auch in Izmir gefertigt, wo sein etwas größeres Geschwister i20 ebenfalls das Licht der Welt erblickt.

Der neue i10, der sein eigenes Vorgängermodell ablöst, ist im Prinzip ein ganz neues Auto: neue Materialien im Karosserie und Innenbereich versteifen die Struktur, machen das kleine Wohnzimmer wertiger und auch hübscher. Darf man so sagen. Zudem wurde mehr Platz geschaffen: außen 8 Zentimeter länger, und deren 6,5 breiter. Die Firsthöhe des Dachs wurde etwas gekappt, damit die Designer dem Kerlchen eine sportiv-kompakte Form verpassen konnten, die aber den Innenmaßen nicht abträglich ist, im Gegenteil. Bereits die Basis ist mehr als ordentlich ausgestattet und für 9.950.-Euro zu haben ab November. Wer mehr möchte, hat mit Zuschlägen zu rechnen, denn es sind immerhin folgende Zusatzausstattungen stufen- oder paketweise zu ordern: Klimaautomatik, Tempomat, Smart- key- System, Sitzheizung für die beiden Frontsessel, Berganfahr- Hilfe, LED- Fahrlicht und andere Features. Die Motorenauswahl zum Startbeginn beschränkt sich auf deren zwei: ein 3-Zylinder Benziner mit 66 PS aus einem Liter Hubraum und ein Vierzylinder- Benziner mit 87 PS. Mit nur geringer Zeitverzögerung wird der 3-Zylinder auch als LPG (Flüssiggas)- Triebwerk mit 67 PS nach gereicht. Bereits 2014 folgt zur Abrundung des Triebwerk- Angebots ein 4-Zylinder-Diesel. Mit all diesen Maßnahmen zieht der neue i10 in den Wettkampf um Anteile gegen seine Marktpartner (euphemistisch für Konkurrenten), die überwiegend aus Deutschland, Frankreich, Italien und Tschechien kommen. Das Zeug dazu hat der i10 allemal.

Text und Fotos: Frank Nüssel/CineMot

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